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Shopware SEO: Die interne Verlinkung verstehen und verbessern

Interne Verlinkung Shopware

Die interne Verlinkung in einem Onlineshop stellt die wohl größte Herausforderung bei der Suchmaschinenoptimierung im OnPage Bereich dar. Zugegebenermaßen handelt es sich hier um ein eher trockenes Thema, was wohl der Komplexität geschuldet ist. Obwohl die interne Verlinkung das wohl mächtigste Instrument für gute Rankings im OnPage Bereich darstellt und sie seit langem zur Königsklasse der Ranking-Optimierung erklärt wurde, scheuen viele SEOs dieses Thema.

Zum Einstieg lässt sich die interne Verlinkung am besten am menschlichen Blutkreislauf verdeutlichen. Jedes Körperteil muss mit Blut versorgt werden, damit wir laufen, greifen oder atmen können. Wird der rechte Arm nicht mehr mit Blut versorgt, dann kann auch nicht mehr benutzt werden. Genauso verhält es sich auch im Onlineshop. Ist eine Seite gar nicht oder nur unzureichend verlinkt, dann kann diese auch nicht besucht werden. Der Stellenwert einer Seite (z.B. Startseite) innerhalb eines gesamten Shops wird anhand der internen Verlinkung ermittelt. Auf unseren Körper übertragen bedeutet dies, dass unser Gehirn (meistens wichtig) viel mehr mit Blut versorgt werden muss, als unser kleiner linker Zeh.

Damit haben wir schon etwas wichtiges gelernt: Je besser (und öfter) eine Seite im Shop verlinkt ist, desto wichtiger ist diese anzusehen!

Hierarchien & Ebenen

Jeder Shopware Shop ist in Hierarchien & Ebenen aufgebaut. Die Startseite entspricht dabei der obersten Ebene, wohingegen die Produktdetailseiten i.d.R. die unterste Ebene darstellen.

 

Shopware Interne Verlinkung

 

Analog der Ebenen wird auch die SEO URL von Shopware generiert: www.meinshop.de/kategorie1/produkt1. In den SEO-Grundeinstellungen von Shopware ist leider noch die Zugabe der Artikel ID vorgesehen. Dadurch werden alle Artikel auf URL Ebene eine Ebene heruntergesetzt, da sich die URL wie folgt zusammensetzt: www.meinshop.de/kategorie1/12345/produkt1. Sollten Sie gerade dabei sein, einen neuen Shopware Shop einzurichten, sollten Sie vor der Liveschaltung die Artikel ID aus den URLs entfernen. Ist der Shop jedoch schon aktiv und hat bereits Rankings, dann ändern Sie hier bitte erst einmal nichts. Da sich diese Vorgehensweise eher negativ auf Ihre Rankings auswirkt.

 

Shopware Artikel ID in URL

 

Als Faustregel sollte gelten, dass keine Seite unterhalb der 4. Ebene liegen sollte, da die Relevanz ab dort stark abnimmt. Das können Sie in Ihrem Shop auch ganz einfach testen, indem Sie sich bis zu Ihrem wichtigsten Artikel klicken. Brauchen Sie dafür mehr als 4 Klicks? Die Nutzung der Suchfunktion zählt hierbei übrigens nicht. 😉

Pagerank & Linkjuice

Jeder „DoFollow“ Backlink auf unsere Seite vererbt diesen „Linkjuice“ auch auf die intern verlinkten Seiten. Je mehr interne Links auf einer Seite vorhanden sind, desto mehr teilt sich auch der zu vergebene „Linkjuice“ auf. Haben wir beispielsweise 10 interne Links dann kommen auf jeder Unterseite 10% des „Linkjuice“ an. Sind es 100 interne Links, dann natürlich nur noch 1%. 

An dieser Stelle muss der Shopbetreiber einen guten Kompromiss finden: Wir wollen natürlich viele (relevante) Seiten verlinken, aber gleichzeitig den „Linkjuice“ optimal verteilen. Vereinfacht gesagt, sollte eine Auswahl darüber stattfinden, welche Links sinnvoll für unsere potentiellen Kunden sind und welche eher nicht. Deshalb sollte jeder interne Link genau geprüft werden.

Natürlich gibt es in jedem Shop Fälle, bei denen ein Link vorhanden sein muss, aber aus Gründen der “Linkjuice”-Verteilung keinen Sinn ergeben. Das wohl bekannteste Beispiel ist der “zzgl. Versandkosten” Link auf der Produktdetailseite, wozu alle Shopbetreiber man rechtlich verpflichtet sind ist. Da die Versandkostenseite aber einen eher untergeordneten Stellenwert für SEO hat, sollte hier natürlich kein “Linkjuice” weitergegeben werden. Google jedoch missfallen interne “NoFollow” Links, deshalb sollte eine Maskierung des Links mit JavaScript vorgenommen werden, um diesen vor Google zu verstecken.

 

Versandkosten Link Shopware

 

Die Frage, welche Anzahl von internen Links angemessen ist, kann pauschal nicht beantwortet werden. Es kommt wie immer bei SEO auf unterschiedliche Faktoren an und muss im Einzelfall nach einer gründlichen Analyse entschieden werden. Prinzipiell sollte so viel wie nötig und so wenig wie möglich gewählt werden.

Google unterscheidet interne Links nach Qualität

In der Vergangenheit haben es sich viele SEOs einfach gemacht, unzählige (SEO-)Links z.B. im Footer einer Seite untergebracht. Ein Hinterfragen ist hier durchaus berechtigt, denn was bringen einem echten Nutzer z.B. 100 eng aneinandergereihte Links im Footer. Google ist mittlerweile in der Lage, dass der Crawler zwischen prominenten und weniger prominenten Links unterscheiden kann.

Deshalb muss das o.g. Modell der “Linkjuiceverteilung” differenziert betrachtet werden. Anhand eines Beispiels kann dies einfach erklärt werden. Ein großer Banner auf der Startseite, welcher z.B. direkt auf einen Artikel verlinkt ist, kann definitiv als prominent angesehen werden. So wird diesem Link auch deutlich mehr Gewichtung zuteil, so dass der Artikel in der Relevanz nach oben steigt.

Anchortexte

Im Gegensatz zu Backlinks können wir bei internen Links die Anchortexte so setzen, wie wir es gerne hätten. Das bedeutet also, dass der Text, welcher mit einem Link versehen wird, nicht nur dem Keyword entsprechen kann, sondern auch sollte. Angenommen wir wollen “Gummibärchen günstig” gut ranken: Dazu haben wir eine entsprechende Kategorie- oder Artikelseite entwickelt und können in unserem Shop dementsprechend Links mit diesem Linktext setzen.

Wichtig dabei ist, dass wir wirklich immer den gleichen Linktext auf ein und das selbe Linkziel setzen!

Linktexte Zitat OnPage.org

Hier mal ein Beispiel von Zalando:

Anchortexte Beispiel

Sonderfall „Landingpages“

Bei keinem anderen Shopsystem lassen sich tolle Landingpages so komfortabel erstellen wie in Shopware. Unserer Erfahrung hat gezeigt, dass viele Shopbetreiber die interne Verlinkung solch einer Landingpage vernachlässigen. Häufig werden Landingpages bei Google nicht wie gewollt gerankt. Das liegt meistens daran, dass nur ein einziger Link auf die Landingpage gelegt wurde.

Angenommen die Startseite ist 1000 Mal verlinkt und die Landingpage zu einem wichtigen Keyword nur 1 Mal, dann fehlt hier einfach die Relevanz für Google.

Interne Links auf nicht mehr verfügbare Seiten

Gerade bei etwas größeren Shops wird oft die interne Verlinkung vergessen, nachdem z.B. ein Artikel gelöscht worden ist. Das kann bei vielen 1000 Seiten natürlich ganz schnell passieren. Selbstverständlich sollte dies unbedingt vermieden werden. Klickt ein User auf solch einen „toten“ Link, erwartet aber „günstige Gummibärchen“, so wird die Überraschung recht groß sein, wenn er plötzlich wieder auf der Startseite landet.Dem Google Crawler geht das natürlich ganz ähnlich.

ToDo Liste

  • „Inventur“ über wichtige Kategorien und Artikel durchführen
  • Möglichst flache Hierarchien aufbauen
  • Die Informationsarchitektur muss stimmen
  • Wichtige Seiten häufiger und prominenter (z.B. durch Banner) verlinken
  • Alle Links mit Anchortexten (Linktexte) versehen
  • Jedes Linkziel immer mit dem gleichen Anchortext versehen
  • Unwichtige Links entwerten/maskieren
  • Verwaiste Links entfernen

Den Überblick mit professionellen Tools behalten

Sofern Sie eine Webseite oder einen  Onlineshop betreiben, der über mehr als 100 Seiten verfügt, ist es natürlich schwer den Überblick zu behalten. Gerade bei der hier genannten Komplexität ist es nahezu unmöglich, ohne technische Hilfsmittel die Probleme im Shop zu erkennen und dementsprechend zu beheben.

Wir als Agentur nutzen u.a. das Tool von Onpage.org, welches viele gute Daten bereitstellt. Mit Hilfe dieses Tools können wir die entstandenen Probleme schnell identifizieren und angehen.

 

Anzahl interne Links

 

Hierzu ein Beispiel, bei dem es noch eine ganze Menge zu tun gibt:

 

Ebenen URL Verzeichnisse

 

Fazit – Interne Verlinkung

Nicht umsonst ist die interne Verlinkung ein ganz aktuelles Kernthema. Trotzdem muss beachtet werden, dass dieser Bereich deutlich komplexer ist und wenig pauschal behandelt werden kann. Ein ausgeprägtes Verständnis für eine sinnvolle Informationsarchitektur kann helfen, eine gute Hierarchie herzustellen.

Erfahrungsgemäß stellt sich der Erfolg bei einer guten internen Verlinkung schnell ein. Stellenweise sind die Ergebnisse so positiv, dass auf den Aufbau von Backlinks überhaupt kein Wert mehr gelegt werden muss.

Gerne unterstützen wir Sie mit Ihrem Shopware Shop oder auch mit Ihrer Webseite, um die interne Verlinkung in Ihrem Shop zu analysieren und zu verbessern. Schreiben Sie uns dazu einfach eine kurze und unverbindliche E-Mail oder rufen Sie direkt bei uns an. Wir stehen Ihn gern zur Verfügung!

 
2 Antworten
  1. Andreas Scherschmidt says:

    Hallihallo Daniel…egal wie trocken und staubig solche Themen immer wieder sind, hilfreich und effektiv sind sie allemal. Vielen Dank für die kleine und doch feine fachliche Inspiration.

    Freundlichst Andreas Scherschmidt

    Antworten
    • Daniel Höhnke
      Daniel Höhnke says:

      Hallo Andreas,

      vielen Dank für Deinen Kommentar und Dein Feedback. Freut mich, wenn ich helfen konnte. Wenn noch Fragen offen sein sollten, dann gerne her damit.

      MfG,

      Daniel Höhnke

      Antworten

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