Shopware SEO

Unsichtbar im Shop, sichtbar im Index

Zehn Varianten ohne Zeile in product_visibility. Im Shop tauchen sie nirgends auf — ihre Detailseiten liefern trotzdem HTTP 200, tragen index,follow und stehen in der Sitemap des Kerns.

Pixup MediaVeröffentlicht am 8 Min. Lesezeit

Ergebnis

Nein — Sichtbarkeit und Indexierbarkeit sind getrennt

Die zehn Varianten beider Runtimes haben keine Zeile in product_visibility und erscheinen entsprechend in keinem Listing und keiner Suche. Ihre Detailseiten antworten trotzdem mit HTTP 200, tragen index,follow, sind selbstkanonisch und stehen in der Sitemap des Kerns. Wer ein Produkt aus dem Shop nimmt, hat es nicht aus dem Index genommen.

Gegenüberstellung: links product_visibility ohne Zeilen und fehlende Listings, rechts HTTP 200, index,follow und Sitemap-Eintrag.
Zwei Schalter, die der Kern nicht miteinander verbindet.

Ein Produkt aus dem Shop zu nehmen fühlt sich wie ein abgeschlossener Vorgang an: Sichtbarkeit weg, Produkt weg. Wir haben nachgesehen, ob das stimmt — und es stimmt nur für die Hälfte.

Was wir gemessen haben

In beiden Installationen haben wir die Tabelle product_visibility ausgelesen. Sie ordnet Produkte den Verkaufskanälen zu; fehlt die Zeile, gilt ein Produkt dort als nicht sichtbar.

Befund: Die zehn Varianten beider Runtimes haben keine einzige Zeile. Im Shop verhalten sie sich entsprechend — sie erscheinen in keinem Listing, in keiner Suche, in keiner Navigation.

Dann haben wir ihre Detailseiten aufgerufen.

PrüfungErgebnis
HTTP-Status200
Robots-Angabeindex,follow
Canonicalzeigt auf sich selbst
in der Sitemap des Kernsja

Beide Versionen verhalten sich gleich. Das ist kein Fehler in einer Installation, sondern die Funktionsweise.

Warum das so ist

Sichtbarkeit und Erreichbarkeit beantworten zwei verschiedene Fragen:

Sichtbarkeit regelt, ob ein Produkt in den Listen dieses Verkaufskanals auftaucht. Das ist eine Frage der Warenpräsentation.

Erreichbarkeit regelt, ob eine Adresse eine Antwort liefert. Das ist eine Frage des Routings.

Der Kern verknüpft beides nicht — und dafür gibt es gute Gründe. Ein Produkt kann bewusst nicht gelistet, aber über einen direkten Link erreichbar sein: Sonderangebote für Newsletter-Empfänger, Ersatzteile, die nur über die Suche nach der Artikelnummer gefunden werden sollen, Varianten, die über das Hauptprodukt ausgewählt werden.

Bei Varianten ist der letzte Fall die Regel. Sie bekommen in vielen Shops nie eine eigene Sichtbarkeitszeile, weil sie über das Hauptprodukt verkauft werden. Dass ihre Detailseiten trotzdem existieren und in der Sitemap landen, ist die Nebenwirkung.

Was daraus folgt

Für Auslistungen

Wer ein Produkt dauerhaft aus dem Sortiment nimmt, muss zwei Dinge tun: Sichtbarkeit entfernen und die Adresse behandeln. Welcher Weg der richtige ist — bleiben, umleiten, 410 oder 404 —, hängt vom Fall ab; wir haben die Entscheidung für ausverkaufte und ausgelistete Produkte als Baum aufgeschrieben.

Für die Sitemap

Die Sitemap des Kerns folgt eigenen Regeln, nicht der Sichtbarkeit. Was dort landet und was nicht, steht in Sitemap in Shopware: was drinsteht. Wer mit einer Erweiterung arbeitet, sollte zusätzlich prüfen, ob sie sich anders verhält als der Kern — die Unterschiede sind größer als erwartet, wie wir beim Vergleich Bordmittel oder Plugin festgestellt haben.

Für Varianten im Besonderen

Zehn unsichtbare Varianten mit indexierbaren Detailseiten sind zehn Adressen mit sehr ähnlichem Inhalt. In einem Shop mit 500 Variantenprodukten sind es schnell mehrere tausend. Das ist kein Drama — aber es ist Substanz, die niemand bewusst veröffentlicht hat.

Die Prüfung für den eigenen Shop

  1. Eine unsichtbare Variante finden. In der Verwaltung ein Variantenprodukt öffnen und die Sichtbarkeit einer Variante prüfen.
  2. Ihre Detailseite aufrufen. Antwortet sie mit 200?
  3. In den Quelltext sehen. Steht dort index,follow? Worauf zeigt der Canonical?
  4. In der Sitemap suchen. Taucht die Adresse auf?

Wenn Sie viermal ja antworten, verhält sich Ihr Shop wie unsere Messsysteme. Ob das ein Problem ist, hängt davon ab, wie viele Adressen betroffen sind und ob ihr Inhalt eigenständig genug ist, um für sich zu stehen.

Was wir nicht gemessen haben

Wir haben nicht geprüft, ob und wie schnell Google diese Seiten tatsächlich in den Index nimmt — dafür bräuchte es eine Langzeitbeobachtung an einem echten Shop. Die Messung zeigt, was der Shop anbietet, nicht, was Suchmaschinen daraus machen. Ebenfalls offen bleibt das Verhalten bei mehreren Verkaufskanälen mit unterschiedlicher Sichtbarkeit und bei Sichtbarkeitsstufen unterhalb von „überall sichtbar".

Häufige Fragen

Reicht es, ein Produkt im Verkaufskanal unsichtbar zu schalten?
Für den Shop ja — es verschwindet aus Listing, Suche und Navigation. Für Suchmaschinen nein: Die Detailseite bleibt erreichbar, indexierbar und steht in der Sitemap.
Was ist product_visibility?
Eine Zuordnungstabelle zwischen Produkt und Verkaufskanal. Fehlt die Zeile, gilt das Produkt in diesem Kanal als nicht sichtbar — es taucht in keiner Liste auf.
Wie nehme ich ein Produkt wirklich aus dem Index?
Über die Adresse selbst: Weiterleitung auf einen Nachfolger, 410 für endgültig entfernte Artikel oder eine noindex-Angabe. Zusätzlich die Sitemap prüfen.
Betrifft das auch Varianten?
Wir haben es an Varianten gemessen. Sie sind der häufigere Fall, weil Varianten in vielen Shops nie eine eigene Sichtbarkeitszeile bekommen.
Technische UnterstützungSEO-Agentur