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Filter und Facetten: indexieren oder nicht

Jede Filterkombination erzeugt eine Adresse. Die Frage ist nicht, ob man sie indexieren darf, sondern ob jemand genau danach sucht — und ob die Seite etwas Eigenes zeigt.

Pixup MediaVeröffentlicht am 8 Min. Lesezeit
Diagramm: Ein Filterklick verzweigt in eine Auswahl mit eigener Nachfrage (indexierbar) und mehrere Auswahlen mit exponentiell wachsenden Kombinationen (nicht indexierbar).
Eine Auswahl kann eine eigene Seite verdienen. Kombinationen verdienen sie fast nie.

Filter sind für Kunden eine Hilfe und für Suchmaschinen eine Vervielfältigung. Jede Auswahl erzeugt eine Adresse, und jede Adresse ist ein Kandidat für den Index. Die Frage „indexieren oder nicht" wird deshalb meistens zu früh gestellt — nämlich bevor geklärt ist, ob überhaupt jemand danach sucht.

Das Mengenproblem

Nehmen wir eine Kategorie mit drei Filtern: Farbe (5 Werte), Größe (5 Werte), Material (5 Werte). Mit „keine Auswahl" als sechster Möglichkeit je Filter ergeben sich 6 × 6 × 6 = 216 Zustände derselben Produktliste. Kommen Sortierung und Seitenzahl dazu, ist die Zahl im vierstelligen Bereich.

Diese Adressen zeigen überwiegend dieselben Produkte in anderer Reihenfolge oder Teilmengen davon. Keine davon hat eigenen Text, eigene Überschrift oder eigene interne Verlinkung.

Die eine Frage, die entscheidet

Sucht jemand genau danach — und zeigt die Seite dafür etwas Eigenes?

Beides muss zutreffen:

  • „Laufschuhe blau" hat Nachfrage. Wenn die gefilterte Seite nur eine Teilmenge zeigt, ohne eine Zeile Text, ist sie trotzdem dünn.
  • Eine Kombination aus drei Filtern hat praktisch nie eigene Nachfrage, selbst wenn sie technisch sauber ausgeliefert wird.

Daraus folgt eine unbequeme Wahrheit: Die nachgefragten Fälle verdienen eine eigene Seite, keine Filter-URL. Eine Kategorie „Laufschuhe blau" mit eigenem Text, eigener Überschrift und Platz in der Navigation schlägt jede Filterkombination — und sie bleibt bestehen, wenn sich die Filterlogik ändert.

Der richtige Umgang mit dem Rest

Für die große Mehrheit der Filterseiten gilt:

MaßnahmeWarum
Canonical auf die Kategoriesagt Suchmaschinen, welche Adresse zählt
nicht in die Sitemapdie Sitemap ist eine Empfehlung, keine Vollständigkeitsliste
crawlen lassengesperrte Seiten können den Canonical nicht zeigen
intern nicht verlinkenkeine Links auf Kombinationen im Quelltext

Der dritte Punkt ist der, der am häufigsten falsch gemacht wird. Eine robots.txt-Sperre klingt gründlich, verhindert aber, dass Google die Seite liest — und damit auch, dass es den Canonical sieht. Gesperrte Adressen können trotzdem im Index landen, dann ohne Inhalt und ohne Zusammenhang.

Shopware-spezifisch

Shopware erzeugt Filter-URLs mit Parametern. Was davon in der Sitemap landet, folgt eigenen Regeln — wir haben aufgeschrieben, was in der Shopware-Sitemap tatsächlich drinsteht.

Dieselbe Sorgfalt lohnt bei der Paginierung: Dort haben wir gemessen, dass 6.7 eine zusätzliche indexierbare Adresse erzeugt, wo 6.6 noch sauber kanonisierte — nachzulesen in Wie Shopware paginierte Listen kanonisiert. Filter und Pagination treffen sich regelmäßig in derselben URL, und dann addieren sich beide Effekte.

Ein Prüfweg in vier Schritten

  1. Welche Filterwerte haben Nachfrage? Suchdaten, interne Suche, Kundenanfragen. In der Regel sind es weniger als zehn je Shop.
  2. Für diese eigene Seiten bauen. Kategorie oder Landingpage mit Text, eigener Überschrift und Platz in der Navigation.
  3. Den Rest kanonisieren. Filterparameter zeigen auf die Kategorie.
  4. Die Sitemap kontrollieren. Steht dort eine Adresse mit ?, gehört sie überprüft.

Schritt 1 ist der, den man nicht überspringen kann. Ohne ihn diskutiert man Technik für Seiten, die niemand sucht.

Was die interne Suche damit zu tun hat

Wer Filterseiten baut, weil Kunden bestimmte Begriffe suchen, sollte zuerst prüfen, ob die interne Suche diese Begriffe überhaupt findet. Wir haben gemessen, warum die Shopware-Suche Produkte nicht findet — in vielen Fällen ist die durchsuchbare Oberfläche eines Produkts kleiner, als alle annehmen. Eine gute interne Suche erspart einen Teil der Filterseiten, weil sie dieselbe Aufgabe löst.

Grenzen

Dieser Artikel beschreibt ein Entscheidungsmuster, keine Messung. Die Zahlen zur Kombinatorik sind Rechnung, nicht Erhebung. Wie viele Filterseiten im konkreten Shop existieren und wie viele davon Google tatsächlich kennt, lässt sich nur dort feststellen — über Logfiles und die Search Console.

Häufige Fragen

Sollen Filterseiten in Shopware indexiert werden?
Nur die wenigen, für die es eigene Suchnachfrage gibt und die eigenen Inhalt tragen — typischerweise einzelne Hersteller, Farben oder Materialien. Kombinationen aus mehreren Filtern gehören nicht in den Index.
Soll ich Filter-URLs per robots.txt sperren?
Besser nicht. Eine gesperrte Seite kann Google nicht lesen und damit auch den Canonical nicht sehen. Sinnvoller ist: crawlen lassen, auf die Kategorie kanonisieren und aus der Sitemap heraushalten.
Wie viele Kombinationen entstehen bei Filtern?
Multiplikativ. Drei Filter mit je fünf Werten ergeben 6 × 6 × 6 = 216 mögliche Zustände derselben Liste, wenn man 'keine Auswahl' mitzählt — bei mehr Filtern wächst das sehr schnell.
Was ist besser als eine indexierte Filterseite?
Eine eigene Kategorie oder Landingpage mit eigenem Text, eigener Überschrift und eigener interner Verlinkung. Sie beantwortet dieselbe Suchanfrage und ist nicht von Filterparametern abhängig.
WeiterführendSEO-Agentur