Shopware SEO

OnPage-Optimierung im Onlineshop: Titel, Struktur, Links, Bilder

OnPage heißt im Shop: Jede Kategorie- und Produktseite sagt Suchmaschinen und Kunden eindeutig, worum es geht. Was dazu gehört, welche Vorgaben Shopware ab Werk setzt — und in welcher Reihenfolge sich die Arbeit lohnt.

Pixup MediaVeröffentlicht am 12 Min. Lesezeit
Schematische Kategorieseite mit den Bereichen Titel, Überschrift, Kategorietext, Filter und Bilder; hervorgehoben ist die Regel eine H1 je Seite.
Was auf einer Kategorieseite für Suchmaschinen zählt — die Felder und ihre Ausgabe haben wir am Shopware-Kern geprüft.

OnPage-Optimierung ist der Teil von SEO, der auf der einzelnen Seite stattfindet: Was steht im Titel, was in der Überschrift, was im Text, wie sind Bilder beschrieben, wohin führen die Links? Im Onlineshop kommt eine Besonderheit dazu. Ein Shop hat nicht zwanzig Seiten, sondern hunderte oder tausende, und die meisten entstehen aus Vorlagen. Was die Vorlage falsch macht, ist auf jeder Seite falsch.

Dieser Leitfaden geht die Elemente einer Kategorie- und Produktseite durch, zeigt für Shopware, was ab Werk passiert, und endet mit einer Reihenfolge, in der sich die Arbeit lohnt. Was technisch vorher stimmen muss — Erreichbarkeit, Indexierung, Ladezeiten — ist ein eigenes Thema und hier nur dort erwähnt, wo es OnPage berührt.

Titel und Beschreibung

Der Seitentitel ist das, was in der Trefferliste als Überschrift erscheint. Die Meta-Beschreibung ist der Text darunter — jedenfalls dann, wenn die Suchmaschine sie übernimmt. Beide sollen je Seite eindeutig sein und sagen, was den Klick lohnt.

In Shopware lassen sich beide Felder je Produkt und Kategorie pflegen. Bleiben sie leer, füllt der Shop sie selbst:

Feldgepflegtleer gelassen (Shopware 6.7.13.1)
Titel einer ProduktseiteIhr Meta-Titel„Produktname | Optionen | Produktnummer"
Meta-BeschreibungIhre BeschreibungProduktbeschreibung, ohne HTML, nach 255 Zeichen gekürzt
og:title für geteilte LinksMeta-Titelderselbe Ersatztitel

Der Ersatztitel ist technisch eindeutig, weil die Artikelnummer darin steht. Für Suchende ist eine Nummer im Titel aber selten ein Grund zu klicken. Bei Produkten mit Suchnachfrage lohnt ein eigener Titel: Produktname, das wichtigste Unterscheidungsmerkmal, gegebenenfalls die Marke. Die automatisch gekürzte Beschreibung endet oft mitten im Satz — auch hier ist ein eigener Text besser.

Eine Überschrift je Seite

Jede Seite braucht genau eine Hauptüberschrift (h1), die zum Titel passt: auf der Kategorieseite der Kategoriename, auf der Produktseite der Produktname. Häufige Fehler stecken im Theme, nicht im Inhalt — etwa ein Logo oder ein Werbebanner, das als h1 ausgezeichnet ist, oder Zwischenüberschriften, die nur wegen der Schriftgröße eine Ebene bekommen haben. Ob das bei Ihnen so ist, zeigt ein Blick in den Quelltext einer Kategorie- und einer Produktseite.

Adressen

Sprechende Adressen helfen Menschen beim Einordnen eines Links und sind eine Kleinigkeit für Suchmaschinen. Shopware erzeugt sie aus Vorlagen. Ab Werk setzt sich die Adresse einer Produktseite aus Produktname und Produktnummer zusammen, die einer Kategorie aus dem Kategoriepfad.

Die Vorlagen lassen sich ändern — aber eine Änderung erzeugt neue Adressen für alle betroffenen Seiten. Bei einem laufenden Shop gehört dazu ein Plan für die alten Adressen. Was Shopware dabei selbst übernimmt und was nicht, steht in Redirects bei einem Shopware-Relaunch. Und dass dieselbe Produktseite unter mehreren Adressen erreichbar sein kann, haben wir in Ein Produkt, sieben indexierbare URLs gemessen.

Kategorietexte

Kategorietexte haben einen schlechten Ruf, weil viele von ihnen nur für Suchmaschinen geschrieben wurden: lang, voller Suchbegriffe, unterhalb der Produktliste versteckt. Das hilft weder dem Ranking noch dem Kunden.

Ein brauchbarer Kategorietext beantwortet die Frage, die sich jemand auf dieser Seite stellt:

  • Worin unterscheiden sich die Produkte hier? Größen, Materialien, Einsatzzwecke.
  • Was muss ich vor dem Kauf wissen? Kompatibilität, Maße, Normen.
  • Wo finde ich das Passende? Verweise auf Unterkategorien oder Filter.

Oben steht eine kurze Einleitung, die die Produkte nicht nach unten schiebt. Ausführlichere Erklärungen können unterhalb der Liste folgen — wenn sie tatsächlich etwas erklären. Ob ein Text für die Kategorie überhaupt nötig ist, zeigt die Suchnachfrage: Kategorien, nach denen niemand sucht, brauchen keinen Text für Suchmaschinen.

Produktbeschreibungen

Ein typischer OnPage-Befund in Shops sind übernommene Herstellertexte. Sie sind nicht falsch, stehen aber wortgleich bei allen Händlern desselben Produkts. Suchmaschinen wählen dann eine dieser Seiten aus — und es gibt keinen Grund, warum es Ihre sein sollte.

Ein eigener Text muss nicht lang sein. Er muss enthalten, was andere nicht haben: wofür sich das Produkt eignet und wofür nicht, womit es kombiniert wird, was Kunden häufig fragen. Bei großen Sortimenten lohnt es, mit den Produkten anzufangen, die schon gesucht werden. Warum Texte trotzdem manchmal nicht ranken, haben wir in SEO-Texte ranken nicht? zusammengestellt.

Bilder und Alt-Texte

Ein Alt-Text beschreibt, was auf einem Bild zu sehen ist — für Menschen mit Screenreader und für Suchmaschinen. Er ist keine zweite Stelle für den Suchbegriff der Seite.

In Shopware gibt es eine Eigenheit, die man kennen sollte: Der Alt-Text hängt am Bild, nicht am Produkt. Er ist ein Feld der Medienverwaltung, je Sprache übersetzbar. Die Verknüpfung zwischen Produkt und Bild hat kein eigenes Alt-Feld. Wird dasselbe Bild in drei Produkten verwendet, haben alle drei denselben Alt-Text. Für Produktfotos ist das meist richtig, für allgemeine Bilder wie Detailaufnahmen oder Symbolbilder sollte der Text so formuliert sein, dass er in jedem Produkt passt.

Daneben zählen Dateiname und Format. Was Shopware beim Hochladen aus einem Bild erzeugt — Vorschaubilder in mehreren Größen —, steht in Was Shopware beim Bild-Upload erzeugt.

Interne Verlinkung

Suchmaschinen finden Seiten über Links, und sie schließen aus der Verlinkung, welche Seiten wichtig sind. In Shops entsteht der Großteil der Links automatisch:

Linkquellewas sie leistetworauf achten
Hauptnavigationerreicht Hauptkategorien von jeder Seitenicht jede Unterkategorie ins Menü
Brotkrumenverbinden Produkt und Kategorien nach obenkorrekte Hauptkategorie je Produkt
Produktlistenverbinden Kategorie und ProdukteProdukte auf Seite 30 werden kaum erreicht
Querverweiseverbinden verwandte Produktepassend statt zufällig
Links im Textverbinden Ratgeber, Kategorien und ProdukteLinktext, der sagt, wohin es geht

Zwei Stellen werden häufig übersehen. Filterkombinationen erzeugen eigene Adressen, die indexiert werden können oder nicht — das sollte eine bewusste Entscheidung sein, siehe Filter und Facetten: indexieren oder nicht. Und Produkte auf hinteren Listenseiten sind über die Navigation kaum erreichbar; wie Shopware mit Seitenzahlen umgeht, beschreibt Wie Shopware paginierte Listen kanonisiert.

Strukturierte Daten

Strukturierte Daten beschreiben Produkte maschinenlesbar: Name, Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen. Sie verändern nicht den sichtbaren Inhalt, aber wie eine Seite in Suchergebnissen dargestellt werden kann. Shopware bringt dafür bereits eine Ausgabe mit — JSON-LD statt Microdata: Shopware hat den Schalter schon zeigt, wo.

In welcher Reihenfolge

So gehen wir vor

  1. 1
    Search Console auswerten: Welche Kategorien und Produkte bekommen Impressionen, aber kaum Klicks? Dort wirken Titel und Beschreibung zuerst.
  2. 2
    Vorlagen prüfen: Titelvorlage, Überschriften im Theme, Adressvorlagen. Ein Fehler hier betrifft alle Seiten.
  3. 3
    Doppelte Texte finden: Herstellertexte bei den meistgesuchten Produkten ersetzen.
  4. 4
    Kategorietexte gezielt schreiben: nur dort, wo gesucht wird und eine Entscheidung zu treffen ist.
  5. 5
    Bilder nachziehen: Alt-Texte in der Medienverwaltung, beginnend bei den Hauptbildern.
  6. 6
    Verlinkung schließen: Ratgeber mit Kategorien verbinden, verwaiste Produkte erreichbar machen.

Kurz geprüft je Seite

  • Titel eindeutig und ohne bloße Artikelnummer
  • Meta-Beschreibung als ganzer Satz, nicht abgeschnitten
  • genau eine h1, passend zum Titel
  • Text mit eigenem Inhalt statt Herstellerkopie
  • Bilder mit beschreibendem Alt-Text
  • mindestens ein inhaltlicher Link auf die Seite außerhalb der Navigation

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen OnPage- und technischem SEO?
Technisches SEO sorgt dafür, dass Seiten erreichbar, schnell und richtig indexierbar sind. OnPage-Optimierung sorgt dafür, dass jede einzelne Seite inhaltlich klar sagt, worum es geht: Titel, Überschrift, Text, Bilder, Links. Beides greift ineinander, wird aber an unterschiedlichen Stellen bearbeitet.
Wie lang sollte ein Kategorietext sein?
So lang, wie er einer Kaufentscheidung hilft. Ein Text, der Unterschiede zwischen Produkttypen erklärt oder bei der Auswahl hilft, darf länger sein. Ein Fülltext mit Suchbegriffen ist in jeder Länge zu lang.
Darf ich Herstellertexte für Produktbeschreibungen verwenden?
Sie dürfen, wenn die Rechte geklärt sind — sie stehen dann aber wortgleich in vielen anderen Shops. Für Produkte mit Suchnachfrage lohnt ein eigener Text mit dem, was nur Sie wissen: Einsatz, Erfahrung, Vergleich.
Brauchen Bilder in Shops Alt-Texte?
Ja — für Menschen, die Bilder nicht sehen, und für Suchmaschinen, die den Bildinhalt nicht zuverlässig erkennen. Ein guter Alt-Text beschreibt, was auf dem Bild zu sehen ist, nicht den Suchbegriff der Seite.
Hilft es, Keywords in die Meta-Keywords einzutragen?
Für Google nicht. Das Feld wird von Shopware zwar ausgegeben, große Suchmaschinen werten es für das Ranking aber nicht aus.
WeiterführendSEO Agentur