Warum eine Zahlart oder Versandart nicht angeboten wird
Die Kette ist kürzer, als die meisten vermuten: aktiv, dem Kanal zugeordnet, Regel erfüllt. Ab Werk trägt keine der vier Zahlarten eine Verfügbarkeitsregel — bei Versandarten kommt ein vierter Punkt dazu.

Der Anruf klingt jedes Mal gleich: „Die Rechnung ist im Checkout weg." Oder der Versand nach Österreich, oder die Vorkasse für Geschäftskunden. Shopware sagt in diesem Fall nichts — es zeigt die Zahlart einfach nicht an. Das macht die Suche unnötig lang, wenn man die Kette nicht kennt.
Wir haben die Kette an einer laufenden 6.7.13.1 ausgelesen: welche Zahlarten und Versandarten ausgeliefert werden, welche Regeln daran hängen und welche Bedingungen tatsächlich geprüft werden.
Was ab Werk vorhanden ist
| Anzahl | davon aktiv | mit Verfügbarkeitsregel | |
|---|---|---|---|
| Zahlarten | 4 | 3 | 0 |
| Versandarten | 2 | 2 | — |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Die Lastschrift wird inaktiv ausgeliefert. Wer sie vermisst, hat nicht unbedingt ein Problem, sondern einen Schalter übersehen. Zweitens: Keine der vier Zahlarten trägt ab Werk eine Verfügbarkeitsregel. Die Kette ist im Auslieferungszustand also kurz — aktiv sein, dem Kanal zugeordnet sein, fertig.
Das ist wichtig für die Fehlersuche, weil die Verfügbarkeitsregel der Verdächtige ist, den die meisten zuerst prüfen. In einem Shop, in dem nie jemand Regeln angelegt hat, kann sie es nicht sein.
Die Kette, Stufe für Stufe
Stufe 1: Ist die Zahlart aktiv?
payment_method.active. Das ist der Schalter in der Verwaltung unter
Einstellungen → Zahlungsarten. Eine inaktive Zahlart existiert für den
Checkout nicht, auch wenn sie im Verkaufskanal zugeordnet ist.
Stufe 2: Ist sie dem Verkaufskanal zugeordnet?
Das ist die Stufe, die in der Praxis am häufigsten fehlt — besonders nach dem Anlegen eines zweiten Verkaufskanals. Zuordnungen sind je Kanal; ein neuer Kanal erbt sie nicht von einem bestehenden. Wer einen Kanal für B2B, für ein weiteres Land oder für eine Zweitmarke anlegt, muss Zahlarten und Versandarten dort erneut zuweisen.
Im selben Zusammenhang lohnt ein Blick auf die Standardzahlart des Kanals: Sie muss ebenfalls zugeordnet sein, sonst fällt der Checkout auf eine andere zurück.
Stufe 3: Greift die Verfügbarkeitsregel?
Trägt eine Zahlart eine Regel, wird diese gegen den aktuellen Warenkorb ausgewertet: Warenkorbwert, Land, Kundengruppe, Zahlungsbedingungen und alles andere, was der Regelbaukasten kennt. Trifft die Regel nicht zu, verschwindet die Zahlart.
Hier entsteht der häufigste Selbstbau-Fehler: Eine Regel, die für den Normalfall geschrieben wurde, schließt den Randfall aus, an den niemand gedacht hat — der Gastbesteller ohne Kundengruppe, der Warenkorb mit Gutschein, das Land außerhalb der EU. Der Shop verhält sich dann nicht falsch, sondern genau wie konfiguriert.
Wenn mehrere Regeln im Spiel sind, ist die Frage, welche gewinnt, eine eigene — wir haben das an den Preisregeln durchgespielt, und die Auswertungslogik ist dieselbe.
Stufe 4, nur bei Versandarten: Ist ein Preis gepflegt?
Versandarten haben eine Bedingung mehr. Sie brauchen eine Preismatrix, und diese Preise hängen ihrerseits an Regeln. Beide ausgelieferten Versandarten tragen in der gemessenen Installation genau eine Preiszeile. Fehlt für die zutreffende Situation ein Preis, erscheint die Versandart nicht — auch wenn sie aktiv und zugeordnet ist.
Das ist der Grund, warum ein neu angelegter Expressversand oft „nicht funktioniert": Die Versandart ist da, die Preiszeile fehlt.
Diagnose in vier Schritten
Wenn eine Zahlart fehlt, arbeiten Sie die Kette in dieser Reihenfolge ab — sie ist nach Häufigkeit sortiert, nicht nach Naheliegendheit:
- Kanalzuordnung prüfen. Verkaufskanal öffnen, Zahlarten ansehen. Fehlt sie dort, ist die Suche vorbei.
- Aktiv-Schalter prüfen. Einstellungen → Zahlungsarten. Besonders bei Lastschrift und bei Zahlarten aus Erweiterungen.
- Regel prüfen. Hat die Zahlart eine Verfügbarkeitsregel, die Bedingungen lesen und mit einem Testwarenkorb nachstellen: gleiches Land, gleiche Kundengruppe, gleicher Warenkorbwert.
- Bei Versandarten: Preis prüfen. Gibt es für die zutreffende Regel eine Preiszeile?
Für Zahlarten aus Erweiterungen kommt ein fünfter Punkt dazu: Viele Zahlungsanbieter prüfen zusätzlich eigene Bedingungen — Mindestbetrag, unterstützte Länder, Währung, in manchen Fällen eine Bonitätsprüfung. Diese Prüfungen laufen außerhalb der Shopware-Kette und tauchen in keiner Regel auf. Ein Blick ins Log des Plugins spart dort viel Zeit.
Warum Shopware nichts sagt
Man könnte das für eine Lücke halten. Es ist eine Entscheidung: Der Checkout zeigt dem Kunden nur, was er wählen kann. Eine Meldung „Rechnungskauf ist für Ihren Warenkorb nicht verfügbar" wäre für Betreiber hilfreich und für Kunden eine Einladung zum Ausprobieren, warum das so ist.
Für die Fehlersuche heißt das: Die Antwort steht nie im Frontend. Sie steht in der Konfiguration, und die Kette oben ist der kürzeste Weg dorthin.
Grenzen dieser Messung
Gemessen haben wir den Auslieferungszustand einer 6.7.13.1: vier Zahlarten, zwei Versandarten, deren Zuordnungen, Regeln und Preiszeilen. In einem gewachsenen Shop sind die Zahlen andere — der Mechanismus ist derselbe. Nicht gemessen haben wir das Verhalten einzelner Zahlungs-Plugins, die eigene Verfügbarkeitsprüfungen mitbringen, und nicht das Zusammenspiel mit Abonnements oder Teilzahlungen.
Häufige Fragen
- Warum fehlt eine Zahlungsart im Shopware-Checkout?
- Weil eine von drei Bedingungen nicht erfüllt ist: Die Zahlart ist nicht aktiv, sie ist dem Verkaufskanal nicht zugeordnet, oder ihre Verfügbarkeitsregel trifft auf den aktuellen Warenkorb nicht zu. Shopware blendet sie dann ohne Hinweis aus.
- Wie viele Zahlarten bringt Shopware ab Werk mit?
- In der von uns gemessenen 6.7.13.1 sind es vier, von denen drei aktiv sind. Die Lastschrift wird inaktiv ausgeliefert.
- Warum wird meine Versandart nicht angezeigt, obwohl sie aktiv ist?
- Versandarten brauchen zusätzlich gepflegte Versandkosten. Fehlt der Preis für die zutreffende Regel, taucht die Versandart im Checkout nicht auf.
- Kann ich sehen, welche Regel eine Zahlart blockiert?
- In der Verwaltung sehen Sie die zugeordnete Verfügbarkeitsregel und deren Bedingungen. Ob sie im konkreten Warenkorb greift, zeigt der Shop nicht an — das muss man mit einem Testwarenkorb nachstellen.
