Google Search Console für Onlineshops: welche Berichte zählen und wo sie täuschen
Die Search Console ist die einzige Quelle, die zeigt, wie Google einen Shop tatsächlich sieht. Fünf Berichte reichen für den Alltag. Drei Fallstricke haben wir an unserer eigenen Property erlebt — sie verfälschen das Bild, ohne dass eine Fehlermeldung erscheint.

Die Search Console ist kostenlos und die einzige Quelle, die zeigt, wie Google einen Shop tatsächlich sieht: welche Seiten im Index sind, für welche Suchanfragen sie erscheinen und wo Google Probleme meldet. Sie hat viele Berichte. Für einen Shop reichen im Alltag fünf — wenn man weiß, wo sie täuschen.
Erst die richtige Property
Es gibt zwei Arten von Properties. Die Domain-Property umfasst alle Subdomains, http und https, und wird über einen DNS-Eintrag bestätigt. Die URL-Präfix-Property umfasst nur Adressen, die mit einem bestimmten Präfix beginnen.
Für einen Shop ist die Domain-Property die vollständigere Sicht. Sie hat aber eine Folge, die man kennen muss: Alle Hosts landen in denselben Zahlen. Bei uns trägt eine Produkt-Subdomain einen großen Teil der Impressionen der Domain. Wer die Gesamtzahl als „Website“ liest, beschreibt etwas anderes. Werten Sie deshalb immer mit einem Filter auf die Seite aus.
Die fünf Berichte für den Alltag
| Bericht | Was er zeigt | Was man daraus macht |
|---|---|---|
| Leistung | Impressionen, Klicks, Position je Suchanfrage und Seite | prüfen, welche Seite für welche Anfrage erscheint |
| Seiten | indexierte und nicht indexierte Adressen mit Grund | Gründe nach Anzahl sortieren, verkaufende Seiten zuerst |
| Sitemaps | eingereichte Sitemaps und gelesene Adressen | passt die Sitemap zum Canonical? |
| URL-Prüfung | Index-Status, letzter Crawl, gerenderte Seite | eine Seite je Vorlage live testen |
| Händlereinträge und Produkt-Snippets | Fehler in strukturierten Produktdaten | Pflichtangaben im Markup ergänzen |
Drei Fallstricke aus unserer eigenen Property
1. Die Standardansicht versteckt die Historie. Nach der Bestätigung unserer Property zeigten die Berichte in der Standardansicht von drei Monaten nur „Daten werden verarbeitet“. Die Historie lag trotzdem vor — sichtbar wurde sie erst unter dem Zeitraum „Letzte 16 Monate“. Wer die Meldung ernst nimmt, glaubt, es gebe keine Daten.
2. Die falsche Sitemap war eingereicht. In der Property stand nur die Sitemap-Adresse des www-Hosts, ein Überbleibsel der alten Website. Unsere Seiten haben ihren Canonical ohne www. Die Sitemap unter der kanonischen Adresse haben wir erst nachgereicht, als wir danach gesucht haben. Eine Fehlermeldung gab es nie: Google las die Sitemap weiter, nur unter der nicht kanonischen Adresse.
3. Die URL-Prüfung ist schneller als die Berichte. Während die zusammengefassten Berichte noch „verarbeitet“ meldeten, lieferte die URL-Prüfung für einzelne Seiten bereits echte Werte — Index-Status und letzten Crawl. Für schnelle Fragen zu einer Seite ist sie die bessere Quelle.
Was die Search Console nicht kann
Sie zeigt nur die eigene Seite. Wettbewerber, Suchvolumen und die tägliche Position einzelner Begriffe sieht man dort nicht. Die angezeigte Position ist ein Durchschnitt über alle Impressionen — eine Seite, die für eine Anfrage einmal auf Platz 3 und sonst auf Platz 40 erscheint, hat eine Durchschnittsposition, die es so nie gab.
Für Relaunches lohnt sich ein Blick auf die Zeitreihe. Was ein Umzug in den Daten hinterlässt, haben wir an unserer eigenen Website gemessen.
Ein Takt, der reicht
- Wöchentlich: Leistung der letzten 28 Tage gegen die 28 Tage davor, gefiltert auf den Shop-Host und ohne Markensuchen.
- Nach jedem Release: neue Vorlagen mit der URL-Prüfung testen.
- Monatlich: Bericht „Seiten“ auf neue Gründe prüfen, Sitemaps auf Fehler.
Die Search Console zeigt die Wahrheit über die eigene Seite — aber nur, wenn die richtige Property, der richtige Zeitraum und die richtige Sitemap gewählt sind.
Häufige Fragen
- Domain- oder URL-Präfix-Property?
- Die Domain-Property umfasst alle Subdomains und http wie https und wird per DNS-Eintrag bestätigt. Sie ist die vollständigste Sicht. Eine URL-Präfix-Property ist sinnvoll, wenn Sie einen einzelnen Host getrennt auswerten wollen.
- Wie trenne ich Marken- von Nicht-Markensuchen?
- Im Leistungsbericht über einen Filter auf Suchanfragen, die den Markennamen nicht enthalten. Die Search Console erlaubt dafür auch reguläre Ausdrücke.
- Warum fehlen die letzten Tage?
- Die Leistungsdaten kommen mit Verzögerung, und die jüngsten Tage können sich noch ändern. Für Vergleiche nur abgeschlossene Zeiträume nehmen.
- Muss jede nicht indexierte Seite repariert werden?
- Nein. In Shops sind viele davon gewollt: Filterseiten mit Canonical, Weiterleitungen, Seiten mit noindex. Prüfen sollten Sie die Gründe, unter denen Produkt- oder Kategorieseiten stehen.
- Ersetzt die Search Console ein Ranking-Werkzeug?
- Für die eigene Seite liefert sie echte Daten zu Impressionen, Klicks und durchschnittlicher Position. Wettbewerber und tägliche Positionen einzelner Begriffe zeigt sie nicht.
