SEO

„Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“: was der Status im Shop bedeutet

Google hat die Seite abgerufen, aber nicht in den Index genommen. Das ist oft vorübergehend — bei neuen Seiten fast immer. Wann es ein Warnsignal ist, woran man den Unterschied erkennt und was im Onlineshop typischerweise dahintersteckt. Mit den 22 Fällen aus unserer eigenen Search Console.

Pixup MediaVeröffentlicht am 8 Min. Lesezeit
Die 22 Adressen mit dem Status Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert aus unserer Search Console, in drei Gruppen: 13 neue Seiten der heutigen Website, die zwei Wochen später alle indexiert waren; 6 Adressen der alten Website, zuletzt im Frühjahr gecrawlt; 3 Adressen eines öffentlich erreichbaren Testshops.
Unsere eigenen 22 Fälle, sortiert nach Ursache. Bericht mit Stand 21.09.2026, URL-Prüfung am 05.10.2026.
Grafik in voller Größe öffnen

Im Bericht „Seitenindexierung“ der Search Console steht unter den Gründen, warum Seiten nicht indexiert sind, oft dieser: Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert. Er klingt nach einem Fehler, ist aber zunächst nur eine Feststellung. Google hat die Seite abgerufen und vorerst nicht in den Index genommen. Den Grund nennt der Bericht nicht.

Ob man etwas tun muss, hängt davon ab, welche Seiten betroffen sind und wie lange schon. Wir haben dafür unsere eigene Search Console ausgewertet.

Unsere eigenen 22 Fälle

Am 5. Oktober 2026 nannte der Bericht für pixupmedia.com 93 indexierte und 123 nicht indexierte Seiten. 22 davon standen unter „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“. Sie zerfielen in drei Gruppen:

GruppeAdressenzuletzt gecrawltZustand am 05.10.2026
neue Seiten der heutigen Website139. bis 22. September 2026alle 13 laut URL-Prüfung indexiert
Adressen der Website vor dem Umzug6März und April 2026nicht mehr in Gebrauch
ein öffentlich erreichbarer Testshop3Mai bis August 2026sendet inzwischen noindex

Die erste Gruppe ist der häufigste Fall: zwölf Ratgeber und Research-Beiträge, veröffentlicht zwischen dem 10. und 21. September, dazu eine Plugin-Seite. Google hatte sie innerhalb weniger Tage abgerufen und zunächst nicht aufgenommen. Zwei Wochen später zeigte die URL-Prüfung für jede einzelne „Seite ist indexiert“. Getan hatten wir dafür nichts.

Wann der Status kein Problem ist

  • Neue Seiten. Google ruft neue Adressen oft schnell ab und entscheidet über die Aufnahme später. Unsere 13 Fälle zeigen genau dieses Muster.
  • Alte Adressen. Was seit Monaten nicht mehr gecrawlt wurde, steht mit seinem alten Zustand im Bericht. Bei uns waren das Adressen der Website vor dem Umzug im September; alle sechs leiten inzwischen per 301 auf die neuen Adressen weiter.
  • Seiten, die nicht in den Index sollen. Unser Testshop gehörte nie in die Suche. Dass er dort auftaucht, ist trotzdem ein Befund — dazu unten mehr.

Wann er ein Warnsignal ist

Bleibt eine Seite über Wochen in diesem Status, obwohl sie eine eigene Aufgabe hat, lohnt der genaue Blick. In Onlineshops sind die dauerhaften Fälle fast immer Seiten, die Google für überflüssig hält:

  • Filter- und Sortierseiten, die eine Kategorie in leicht veränderter Form zeigen. Wann ein Filter eine eigene Seite verdient, steht in Filter und Facetten: indexieren oder nicht.
  • Fast leere Kategorien mit zwei oder drei Produkten und ohne eigenen Text.
  • Varianten einer Produktseite, die als eigene Adressen erreichbar sind. In Shopware 6.6.10.6 und 6.7.13.1 haben wir für ein einzelnes Demoprodukt sieben indexierbare Adressen gezählt (zur Messung).
  • Seiten, die im Shop ausgeblendet, aber noch erreichbar sind. Was die Navigation nicht zeigt, kann trotzdem gecrawlt werden, in beiden Versionen gleich (zur Messung).

Gemeinsam ist diesen Fällen, dass es eine andere Seite gibt, die dieselbe Frage besser beantwortet. Ein längerer Text ändert daran nichts. Die Lösung ist eine Entscheidung: Soll die Seite überhaupt in den Index? Wenn nein, gehört sie auf noindex oder mit einem Canonical auf die Hauptseite. Wenn ja, braucht sie einen eigenen Zweck.

So gehen Sie die Liste durch

  1. Aktuellen Zustand prüfen. Die Adressen mit der URL-Prüfung einzeln abfragen. Was inzwischen indexiert ist, streichen.
  2. Nach Seitentyp sortieren. Produkte, Kategorien, Filter, Ratgeber, Sonstiges. Liegt der Großteil bei einem Typ, ist es eine Strukturfrage.
  3. Alter berücksichtigen. Eine Seite, die vor drei Tagen gecrawlt wurde, braucht Geduld. Eine, die seit Monaten im Status steht, braucht eine Entscheidung.
  4. Entscheiden statt auffüllen. Für jede verbleibende Seite: aufnehmen und verbessern, zusammenführen oder aus dem Index nehmen.

Was Shopware dazu beiträgt

Shopware erzeugt viele Adressen automatisch — aus Kategorien, Varianten, Herstellern, Filtern und Seitenzahlen. Welche davon indexierbar sind, hängt an Einstellungen und am Theme; unsere Messungen dazu stammen aus 6.6.10.6 und 6.7.13.1. Die Reihenfolge, in der wir diese Fragen in einem Shop prüfen, beschreibt Technisches SEO für Onlineshops. Einen Befund mit Fundstellen erstellen wir im SEO-Audit.

Häufige Fragen

Muss ich die Seiten erneut zur Indexierung einreichen?
Meist nicht. Google schreibt in seiner Hilfe selbst, dass die Seite später indexiert werden kann oder nicht und dass ein erneutes Einreichen nicht nötig ist. Sinnvoll ist eine Anfrage, wenn die Seite inzwischen wesentlich geändert wurde.
Was ist der Unterschied zu „Gefunden – zurzeit nicht indexiert“?
Bei „Gefunden“ kennt Google die Adresse, hat sie aber noch nicht abgerufen. Bei „Gecrawlt“ wurde sie abgerufen und vorerst nicht aufgenommen. Das Erste deutet eher auf Crawling-Kapazität, das Zweite eher auf eine Bewertung der Seite.
Hilft ein längerer Text?
Nur, wenn der Seite tatsächlich Inhalt fehlt, der einer Suchanfrage dient. Füllt man eine Filterseite mit Text, bleibt sie trotzdem eine Variante einer anderen Seite. Oft ist es besser, solche Seiten gar nicht indexierbar zu machen.
Warum stehen dort Adressen, die es gar nicht mehr gibt?
Der Bericht nennt das Datum des letzten Crawls. Adressen, die seit Monaten nicht mehr abgerufen wurden, stehen mit ihrem alten Zustand dort, bis Google sie erneut besucht. Bei uns waren das Adressen der Website vor dem Umzug, zuletzt gecrawlt im März und April 2026.
Ist ein hoher Anteil schlecht für die ganze Website?
Google trifft die Entscheidung je Seite. Ein großer Anteil dünner Seiten zeigt aber, dass der Shop viele Adressen erzeugt, die keine eigene Aufgabe haben. Das kostet Crawling und gehört aufgeräumt.
WeiterführendSEO-Audit