Eine Agentur für KI-Sichtbarkeit auswählen: die Fragen, die zählen
Agenturen für KI-Sichtbarkeit versprechen viel: Nennungen in ChatGPT, Plätze in der KI-Übersicht, eine eigene Methodik. Sieben Fragen trennen messbare Arbeit von Versprechen — und keine davon braucht Fachwissen.

Seit KI-Assistenten Antworten mit Quellen geben, gibt es Agenturen, die versprechen, Sie in diese Antworten zu bringen. Manche arbeiten gründlich, manche verkaufen ein neues Wort für altes SEO, und manche versprechen, was niemand versprechen kann. Von außen ist das schwer zu unterscheiden — mit den richtigen Fragen gelingt es trotzdem.
Die folgenden sieben Fragen brauchen kein Fachwissen. Sie zielen darauf, ob eine Agentur misst, was sie behauptet, und ob sie die Grenzen ihrer Arbeit benennt.
1. Wie messen Sie den Ausgangsstand?
Eine seriöse Zusammenarbeit beginnt mit einer Messung, nicht mit einer Maßnahme. Fragen Sie, mit welchen Suchanfragen oder Prompts gemessen wird, wie oft und in welchem System. Eine gute Antwort nennt eine feste Liste, ein Datum und eine Wiederholung in festen Abständen.
Dass solche Messungen schwanken, ist normal. In unserer eigenen Stichprobe vom 1. Oktober 2026 zeigte Google bei 33 von 38 Suchanfragen rund um Shop und SEO eine KI-Übersicht — drei Wochen vorher bei keiner von 13 Agentur-Suchen (zur Messung). Wer einmal misst und daraus einen Trend ableitet, misst Zufall. Welche Quellen Googles KI-Übersicht bei Agentur-Fragen nennt, haben wir in einer eigenen Messung ausgewertet.
2. Können die KI-Crawler unsere Seite überhaupt lesen?
Bevor irgendein Inhalt zitiert werden kann, muss der Crawler des jeweiligen Anbieters die Seite abrufen dürfen und können. Eine Agentur sollte das als Erstes prüfen — mit echtem Abruf gegen Ihre Live-Seite, nicht nur mit einem Blick in die robots.txt. An unserer eigenen Website hat genau das eine Sperre im Hosting aufgedeckt, die in der robots.txt nicht sichtbar war (beschrieben hier).
3. Wie unterscheiden Sie echte Crawler von Prüfwerkzeugen?
Diese Frage trennt schnell. In unseren eigenen Server-Logs vom 8. September bis 4. Oktober 2026 kamen von 472 Zugriffen mit der Kennung „GPTBot" nur 149 aus den Netzen, die OpenAI dafür veröffentlicht; der Rest stammte überwiegend von Prüfwerkzeugen, die sich als Crawler ausgeben. Wer Bot-Zugriffe zählt, ohne die IP-Adressen gegen die veröffentlichten Listen der Anbieter zu prüfen, zählt zu viel. Die vollständige Auswertung veröffentlichen wir als eigene Untersuchung.
4. Was ändern Sie konkret an den Inhalten?
Zitiert werden Seiten, die eine Frage direkt und belegt beantworten. Fragen Sie, welche Seiten die Agentur anfassen würde und warum gerade diese. Eine Antwort wie „Wir optimieren Ihre Inhalte für KI" ist keine Antwort. Eine gute nennt Seiten, Fragen, die diese Seiten beantworten sollen, und fehlende Belege.
5. Was halten Sie von einer llms.txt?
Eine ehrliche Antwort klingt ungefähr so: „Schadet nicht, ersetzt nichts." Nach heutigem Stand hat kein großer Anbieter verbindlich zugesagt, die Datei auszuwerten. Wer sie als Hauptmaßnahme verkauft, verkauft etwas Einfaches als etwas Wichtiges. Hintergrund und eigene Messung stehen in llms.txt: was die Datei leistet und was nicht.
6. Was garantieren Sie?
Die richtige Antwort ist: nichts, was am Ende ein fremdes System entscheidet. Kein Anbieter kann zusagen, dass ChatGPT, Perplexity oder Google eine bestimmte Seite nennen. Zusagen lassen sich Arbeitsschritte, Messungen und Berichte. Eine Garantie auf Nennungen ist ein Warnsignal, keine Stärke.
7. Wie sieht ein Bericht aus?
Bitten Sie um einen Beispielbericht. Er sollte drei Dinge enthalten: was gemessen wurde und wann, was sich seit der letzten Messung geändert hat, und was davon auf eigene Arbeit zurückgeht — und was nicht. Ein Bericht, der jede Verbesserung als eigenen Erfolg verbucht und jede Verschlechterung dem Algorithmus zuschreibt, beschreibt Marketing, nicht Arbeit.
Was das für die Auswahl bedeutet
Eine Agentur für KI-Sichtbarkeit sollte zuerst Technik und Messung beherrschen, dann Inhalte. Die Grundlagen sind dieselben wie in der klassischen Suche: eine Seite, die gefunden, verstanden und als Quelle gewählt werden kann. Was neu ist, sind die Werkzeuge der Messung — und die Notwendigkeit, ehrlich mit ihren Grenzen umzugehen.
Wie wir selbst an KI-Sichtbarkeit arbeiten, beschreibt unsere Seite zur GEO- und KI-Optimierung.
Welche Messung wir am Anfang vorschlagen — feste Fragenliste, Zugang der Crawler, Quellenprotokoll —, beschreibt unser GEO-Audit.



