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Datenqualität als Voraussetzung jeder Integration

Eine Automatisierung macht schlechte Daten nicht besser, sondern schneller. Drei Eigenschaften entscheiden, ob eine Kette trägt — und alle drei lassen sich vorher messen.

Pixup MediaVeröffentlicht am 7 Min. Lesezeit
Drei Karten mit Eindeutigkeit, Vollständigkeit und Aktualität, darunter die empfohlene Reihenfolge vor einer Automatisierung.

„Wir automatisieren die Produktdatenpflege" ist ein Satz, der in der Hälfte der Fälle bedeutet: Wir übertragen unsaubere Daten künftig schneller.

Die drei Eigenschaften

Eindeutigkeit

Ein Produkt, eine Kennung — in allen beteiligten Systemen dieselbe. Klingt selbstverständlich, ist in gewachsenen Landschaften selten:

  • Der Shop kennt Artikelnummern mit Bindestrich, die Warenwirtschaft ohne.
  • Zwei Lieferanten liefern dasselbe Produkt unter verschiedenen Nummern.
  • Varianten teilen sich eine Nummer, die eigentlich eindeutig sein sollte.

Messbar: Wie viele Datensätze haben keine eindeutige Entsprechung im Zielsystem? Diese Zahl vor Projektbeginn zu kennen, verändert Zeitpläne.

Vollständigkeit

Welche Felder müssen gefüllt sein, damit ein Datensatz verarbeitet werden kann? Preis, Steuersatz, Gewicht, Zolltarifnummer bei Auslandsversand.

Messbar: Wie viele Datensätze verletzen die Pflichtregel heute? Wenn es 20 Prozent sind, ist die Automatisierung nicht das nächste Projekt — die Bereinigung ist es.

Aktualität

Wer zuletzt geschrieben hat, hat nicht automatisch recht. Ein Bestand aus dem Lager ist aktueller als einer aus einer nächtlichen Datei, auch wenn die Datei später kam.

Messbar: Wie alt ist der älteste Wert, der heute produktiv verwendet wird? Und: Wird das irgendwo angezeigt?

Die Reihenfolge, die Geld spart

  1. Messen. Wie viele Datensätze verletzen welche Regel? Ein Abend Arbeit, und die Diskussion wird eine andere.
  2. Regeln dort durchsetzen, wo die Daten entstehen. Ein Pflichtfeld im Erfassungssystem verhindert mehr als jede nachgelagerte Prüfung.
  3. Erst dann automatisieren. Mit Plausibilitätsgrenzen, damit Ausreißer nicht ungeprüft durchlaufen.

Punkt 2 ist der unbequeme: Er betrifft Menschen und Prozesse, nicht Technik. Genau deshalb wird er übersprungen — und genau deshalb kommen dieselben Fehler wieder.

Was in Shopware regelmäßig auffällt

Aus unserer Arbeit an Katalogen — drei Muster, die immer wieder vorkommen:

Leere Felder bei Varianten. Ein leeres Feld löscht dort nicht den Wert, sondern stellt die Vererbung vom Hauptprodukt wieder her. Ein Import, der „nur Änderungen" überträgt, hebt damit stillschweigend Variantenwerte auf. Wir haben die Mechanik in Was eine Variante vom Hauptprodukt erbt auseinandergenommen.

Preise ohne Kontext. Netto, brutto, mit oder ohne Staffel — dieselbe Zahl bedeutet in zwei Systemen Verschiedenes.

Übersetzungen ohne Zielkanal. Gepflegte Inhalte, die niemand sieht, weil die Sprache keinem Verkaufskanal zugeordnet ist — wir haben genau diesen Fall gemessen.

Der Aufwand, ehrlich

Eine Bestandsaufnahme über einen mittleren Katalog kostet ein bis zwei Tage. Die Bereinigung dauert länger und ist selten vollständig — das Ziel ist nicht Perfektion, sondern: Die Regeln, auf denen die Automatisierung aufbaut, gelten ausnahmslos.

Alles andere kann unsauber bleiben, solange es die Kette nicht berührt. Diese Unterscheidung spart mehr Zeit als jedes Werkzeug.

Wie eine Automatisierung dann konkret aussieht, steht in Produktdatenpflege automatisieren; welche Fragen davor zu klären sind, in Systeme verbinden, die nicht miteinander sprechen.