KI-Texte im Shop kennzeichnen: was technisch zu tun ist
Wer Produkttexte oder Bilder mit KI erstellt, will das irgendwann sichtbar machen oder zumindest nachvollziehen können. Technisch heißt das: festhalten, was wie entstanden ist, es an der richtigen Stelle zeigen und wissen, wo Kennzeichnungen unterwegs verloren gehen. Mit Shopware als Beispiel — Rechtsfragen bewusst ausgeklammert.

Viele Shops lassen Produkttexte, Kategorietexte oder Übersetzungen inzwischen von KI-Modellen vorschreiben. Früher oder später kommt die Frage, ob und wie man das kennzeichnet — aus Transparenz gegenüber Kunden, aus internen Gründen oder weil eine Vorgabe es verlangt.
Ob eine Pflicht besteht, etwa nach der europäischen KI-Verordnung, und wie ein Hinweis lauten muss, ist eine Rechtsfrage. Die klärt dieser Beitrag nicht. Er beschreibt, was technisch nötig ist, damit eine Kennzeichnung überhaupt möglich und verlässlich ist.
Erst festlegen, was gekennzeichnet wird
Die schwierigste Frage ist keine technische. „KI-Text“ kann vieles heißen:
- vollständig von einem Modell erzeugt und ungeprüft veröffentlicht,
- von einem Modell vorgeschlagen und von einem Menschen überarbeitet,
- von einem Menschen geschrieben und maschinell übersetzt,
- von einem Menschen geschrieben und von einem Modell nur korrigiert.
Bevor irgendetwas gebaut wird, sollte feststehen, welche dieser Fälle unterschieden werden. Sonst trägt am Ende jeder Text dieselbe Markierung, und sie sagt nichts mehr aus.
Die Herkunft speichern, nicht nur anzeigen
Ein Hinweis im Template ist schnell eingebaut. Ohne Daten dahinter weiß aber niemand, bei welchem Produkt er stimmt. Die Grundlage ist deshalb ein Datenfeld am Inhalt, das festhält:
| Angabe | Beispiel |
|---|---|
| Entstehung | erzeugt · überarbeitet · übersetzt · menschlich |
| Prüfung | geprüft von, Datum |
| Werkzeug | Modell oder Dienst, falls relevant |
| Stand | Datum der letzten Änderung des Texts |
In Shopware gibt es dafür die Zusatzfelder (Einstellungen, System, Zusatzfelder). Sie lassen sich an Produkte, Kategorien und andere Inhalte hängen. Wichtig für Shops mit mehreren Sprachen: Zusatzfelder am Produkt sind in Shopware 6.6.10.6 und 6.7.2.2 übersetzbar — sie liegen je Sprache in der Übersetzungstabelle des Produkts. Ein deutscher Text, den ein Mensch geschrieben hat, und seine maschinelle Übersetzung ins Englische können damit unterschiedlich markiert werden. Und weil das Feld vererbt wird, erben Varianten die Angabe des Hauptprodukts, solange sie keinen eigenen Text haben.
Den Hinweis sichtbar machen
Aus dem Datenfeld wird im Template ein Hinweis. Wo er steht, ist eine gestalterische Entscheidung mit technischen Folgen:
- Direkt am Text, etwa unter der Produktbeschreibung. Am klarsten für Kunden, aber er muss in jeder Vorlage stehen, die den Text zeigt — Produktseite, Schnellansicht, Vergleich.
- Als Symbol mit Erklärung. Platzsparend, aber nur verständlich, wenn die Erklärung ohne Maus erreichbar ist und ein Screenreader sie vorliest.
- Gesammelt auf einer Seite, die erklärt, wie der Shop KI einsetzt. Ergänzt den Hinweis am Text, ersetzt ihn aber nicht, wenn es um einzelne Inhalte geht.
In Shopware gehört der Hinweis in das eigene Theme, nicht in den Beschreibungstext selbst. Steht er im Text, wandert er in Exporte, Preisvergleichsportale und Übersetzungen mit — und lässt sich nicht mehr zentral ändern.
Bilder: Die Kennzeichnung geht unterwegs verloren
Für Bilder gibt es etablierte Metadaten. Der IPTC-Standard kennt eine Angabe zur Quelle eines Bildes, mit einem eigenen Wert für Bilder, die ein trainiertes Modell erzeugt hat. Dazu kommen Herkunftsnachweise nach C2PA, die manche Bildgeneratoren in die Datei schreiben.
Im Shop kommen diese Angaben oft nicht beim Kunden an. Shopware erzeugt in 6.6.10.6 und 6.7.2.2 die Vorschaubilder neu: Das Original wird mit der Grafikbibliothek GD eingelesen und als neues Bild gespeichert. Metadaten aus dem Original übernimmt GD dabei nicht. Welche Größe die Storefront ausliefert, hängt vom Platz auf der Seite ab — auf dem Telefon ist es meist ein Vorschaubild.
Wer Bilder verlässlich kennzeichnen will, braucht deshalb dieselbe Lösung wie bei Texten: ein Datenfeld am Medium oder Produkt und einen sichtbaren Hinweis im Template. Die Metadaten in der Originaldatei sind ein Nachweis für Sie, kein Hinweis für Kunden.
Für Maschinen gibt es keinen festen Standard
Für Texte ist uns kein maschinenlesbares Kennzeichen bekannt, dessen Auswertung Suchmaschinen oder KI-Anbieter zugesagt haben. Wer heute ein eigenes Attribut im HTML erfindet, kennzeichnet für sich selbst. Das kann intern nützlich sein, sollte aber nicht als Lösung für Dritte gelten.
Die Schritte in Kurzform
- Festlegen, welche Fälle unterschieden werden: erzeugt, überarbeitet, übersetzt, menschlich.
- Ein Datenfeld je Inhalt anlegen, in Shopware als Zusatzfeld — je Sprache.
- Eine Regel, wann das Feld bei Änderungen zurückgesetzt wird.
- Den Hinweis im Theme ausgeben, an jeder Stelle, die den Text zeigt.
- Bei Bildern nicht auf Metadaten verlassen, sondern dasselbe Datenfeld nutzen.
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