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Der KI-Modus in der Search Console: Prompts statt Suchbegriffe

In der Search Console tauchen Anfragen auf, die wie an einen Assistenten geschrieben sind — ganze Sätze, Fragen, manchmal mit Auslassungen. Was sie verraten, was nicht, und warum man ihre Herkunft nicht beweisen kann.

Pixup MediaVeröffentlicht am 7 Min. Lesezeit
Die Zahl 43 von 393 neben dem Satz Suchanfragen als Frage formuliert; darunter eine Beispielanfrage: welche shopware agentur hat erfahrung mit shopware rise, evolve oder beyond?Grafik in voller Größe öffnen

Wer seine Suchanfragen in der Search Console durchsieht, findet seit einiger Zeit Einträge, die nicht nach Suchbegriff aussehen. Statt „shopware agentur" steht dort ein ganzer Satz: „welche shopware agentur hat erfahrung mit shopware rise, evolve oder beyond?" Das klingt nach einer Frage an einen Assistenten — und genau das wirft die Frage auf, woher solche Einträge kommen.

Was Google über den KI-Modus in der Search Console sagt

Google zählt Klicks, Impressionen und Positionen aus den KI-Übersichten und dem KI-Modus in den normalen Leistungsbericht ein, im Suchtyp „Web". Einen eigenen Suchtyp oder Filter dafür gibt es nicht; so steht es in Googles Dokumentation zu den KI-Funktionen der Suche (Stand der Seite: Dezember 2025). In unserer eigenen Property gab es am 5. Oktober 2026 ebenfalls keinen eigenen Suchtyp für den KI-Modus.

Das heißt: Eine Anfrage aus dem KI-Modus steht in derselben Liste wie eine aus der klassischen Suche. Ob ein bestimmter Eintrag aus dem einen oder dem anderen stammt, zeigt die Search Console nicht.

Was wir in unseren eigenen Daten sehen

Wir haben die Suchanfragen unserer Website aus 28 Tagen bis zum 28. September 2026 exportiert (393 Anfragen) und nach ihrer Form sortiert. Als Frage galt eine Anfrage, die mit einem Fragewort beginnt oder mit einem Fragezeichen endet.

GruppeAnfragenImpressionenKlicksMedian-Position
alle Anfragen3932.9132920
als Frage formuliert4315707,7
davon mit Fragezeichen am Ende3614408
bis drei Wörter2882.4902922,35
zehn Wörter und mehr2710707,7

Drei Beobachtungen:

  • Lange Fragen stehen weit oben. Die Fragen erreichten im Median Position 7,7, die kurzen Anfragen 22,35. Für eine sehr spezifische Frage gibt es wenige passende Seiten.
  • Sie bringen keine Klicks. Keine der 43 Fragen führte im Zeitraum zu einem Besuch. Von den 29 Klicks aus kurzen Anfragen kamen 25 über unseren Namen.
  • Einige enthalten Auslassungen. Fünf Anfragen enthalten im Export ein „(…)" mitten im Satz, etwa: „wir sind ein hersteller mit eigenem onlineshop und migrieren auf ein neues shopsystem (…) welche seo-agenturen in deutschland sind auf shop-migrationen spezialisiert?" So schreibt kaum jemand in ein Suchfeld. Woher die Auslassung stammt, ob vom Nutzer, von einem Werkzeug oder von Google, lässt sich aus den Daten nicht ablesen.

Was solche Anfragen trotzdem verraten

Auch ohne gesicherte Herkunft sind sie nützlich. Eine Frage in ganzen Sätzen beschreibt die Situation des Suchenden genauer als jedes Stichwort: Hersteller mit eigenem Shop, Wechsel des Shopsystems, Suche nach einer spezialisierten Agentur. Das ist ein Briefing für eine Seite.

Wir lesen solche Anfragen deshalb wie Fragen aus dem Vertrieb:

Prompt-artige Anfragen auswerten

  1. 1
    Filtern: Im Leistungsbericht unter Suchanfragen nach Fragewörtern oder einem Fragezeichen filtern, oder die Liste exportieren und nach Wortzahl sortieren.
  2. 2
    Gruppieren: Fragen mit derselben Absicht zusammenfassen — etwa „Agentur für Shop-Migration" oder „KI-Crawler steuern".
  3. 3
    Prüfen, welche Seite erscheint: Steht die Seite, die die Frage beantworten soll, oder eine zufällig passende?
  4. 4
    Antwort ergänzen: Fehlt die direkte Antwort, gehört sie auf die passende Seite — als eigener Abschnitt oder als eigene Seite, wenn die Frage oft genug vorkommt.

Wie man die Zahlen nicht lesen sollte

Zwei Fehlschlüsse liegen nahe. Der erste: „Wir stehen im KI-Modus auf Position 7." Eine Position in der Search Console ist ein Durchschnitt über alle Impressionen einer Anfrage und sagt bei 157 Impressionen über 43 Anfragen wenig — zumal die Herkunft offen ist. Der zweite: „Fragen bringen nichts, weil sie keine Klicks bringen." In unserem Zeitraum stimmt das, aber 28 Tage und eine Website sind keine Grundlage für eine Regel.

Was sich festhalten lässt, ist bescheidener: Es gibt diese Anfragen, sie sind spezifisch, und sie zeigen, welche Fragen Ihre Seiten beantworten sollten. Wie man darüber hinaus misst, ob eine Website in KI-Antworten auftaucht, beschreiben KI-Traffic richtig einordnen und unsere Untersuchung zu KI-Übersichten in E-Commerce-Suchen. Wer das Thema mit einer Agentur angehen will, findet in Eine Agentur für KI-Sichtbarkeit auswählen die Fragen, die man vorher stellen sollte.

Wie sich eine solche Messung mit fester Fragenliste aufbauen lässt, steht in KI-Sichtbarkeit messen. Den Ausgangsstand erheben wir auch im Rahmen eines GEO-Audits.