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Klaviyo-Agentur auswählen: sechs Fragen, die zählen

"„Wir sind Klaviyo-Partner" steht auf vielen Agenturseiten. Diese sechs Fragen bringen heraus, was im Projekt tatsächlich passiert."

Pixup MediaVeröffentlicht am Aktualisiert am 11 Min. Lesezeit
Illustration zweier Personen im Beratungsgespräch am Tisch, umgeben von E-Mail-Entwürfen und Auswertungen

„Wir sind Klaviyo-Partner" steht auf vielen Agenturseiten. Das Wort sagt wenig darüber, was in einem Projekt tatsächlich passiert. Es sagt, dass jemand ein Konto und eine Schulung hat, nicht, dass er Ihren Warenkorbabbruch zum Laufen bringt.

Diese sechs Fragen bringen es heraus, und zwar vor der Beauftragung. Sie sind so gestellt, dass man sie nicht mit einer Broschüre beantworten kann.

1. Wer betreibt die Anbindung an den Shop?

Klaviyo lebt von Shop-Daten: Kunden, Bestellungen, Warenkorb-Ereignisse, Produktkatalog. Die Verbindung kommt entweder über eine fertige Erweiterung, über eine eigene Anbindung oder — der schlechteste Fall — gar nicht, und jemand lädt Listen hoch.

Fragen Sie konkret: Welche Anbindung, wer aktualisiert sie, was passiert bei einem Shop-Update? Eine Agentur, die das nicht beantworten kann, wird beim ersten Versionssprung zum Zuschauer — und zwar genau dann, wenn die Strecken schon laufen und Umsatz tragen.

2. Welche Ereignisse liefert die Anbindung wirklich?

Es gibt einen großen Unterschied zwischen „die Kunden sind drin" und „der Warenkorbabbruch funktioniert". Der zweite Fall braucht Ereignisse, die der Shop aktiv meldet, dazu Produktdaten mit Bildern und Preisen für die Darstellung in der Mail.

Die Ereignisübersicht einer Anbindung: was tatsächlich ankommt und was fehlt.
Lassen Sie sich diese Liste zeigen, nicht beschreiben. Wenn nur Bestellungen ankommen, sind die interessanten Strecken nicht möglich.

Die Ereignisse, nach denen Sie fragen sollten

  • Bestellung abgeschlossen — kann fast jede Anbindung.
  • Warenkorb befüllt und verlassen — die Voraussetzung für die Strecke mit dem höchsten Ertrag.
  • Produkt angesehen — Grundlage für Empfehlungen und Browse-Abandonment-Strecken.
  • Bestellung versandt und geliefert — Voraussetzung für Bewertungsanfragen mit sinnvollem Zeitpunkt.
  • Retoure eingegangen — damit keine Nachkaufstrecke an jemanden geht, der gerade zurückgeschickt hat.

Wenn die Liste nur aus Bestellungen besteht, sind die interessanten Automationen nicht möglich — unabhängig davon, wie gut die Agentur Mails gestaltet.

3. Wie wandert die Einwilligung mit?

Die wichtigste Frage und die, die am seltensten gestellt wird. Eine E-Mail-Adresse ohne dokumentierte Einwilligung ist im Marketingwerkzeug genauso wenig verwendbar wie im Shop.

Gut ist: Zeitpunkt, Herkunft und der Text, dem zugestimmt wurde, wandern als Merkmal mit und bleiben nachweisbar.

Schlecht ist: ein Haken ohne Kontext — „Newsletter: ja". Damit lässt sich im Zweifel nichts belegen.

Fragen Sie auch, was bei einer Abmeldung passiert: In welchem System kommt sie zuerst an, wie gelangt sie ins andere, und wie lange dauert das? Eine Abmeldung, die im Shop ankommt und drei Tage später im Marketingwerkzeug, erzeugt in diesen drei Tagen Mails an jemanden, der widersprochen hat.

4. Wer schreibt die Inhalte?

Flows brauchen Texte, Bilder, Betreffzeilen — je Sprache. Klären Sie, ob die Agentur schreibt, ob Sie liefern oder ob niemand daran gedacht hat.

Eine brauchbare Antwort nennt: wer schreibt, wer freigibt, wie viele Fassungen enthalten sind und was eine zusätzliche kostet.

5. Wie wird Umsatz zugeordnet?

Jedes Marketingwerkzeug meldet Umsatz je Automation. Die Zahl ist nur so gut wie ihre Grundlage: Zuordnungsfenster, Mehrfachzählung, Umgang mit Retouren und Stornos.

Eine belastbare Agentur vergleicht die Zahlen mit den Shop-Zahlen und sagt Ihnen, wo sie auseinandergehen. Eine unbelastbare zeigt den Wert aus dem Werkzeug und nennt ihn Ergebnis.

Fragen Sie nach einem konkreten Beispiel aus einem anderen Projekt: Wie groß war die Abweichung, und woran lag sie? Wer darauf keine Antwort hat, hat nie nachgesehen.

6. Was bleibt, wenn die Zusammenarbeit endet?

Flows, Segmente, Vorlagen und die Anbindung gehören in Ihren Account, nicht in den der Agentur. Das klingt selbstverständlich und ist es nicht: Wir haben Konten übernommen, in denen die Vorlagen in einem Agenturkonto lagen und beim Wechsel schlicht weg waren.

Was am Ende Ihnen gehören sollte

  • Der Klaviyo-Account selbst, mit Ihnen als Eigentümer.
  • Alle Flows, Segmente und Vorlagen im eigenen Konto.
  • Die Anbindung samt Zugangsdaten, dokumentiert.
  • Eine Übersicht, welcher Flow wann ausgelöst wird und warum.
  • Die Auswertungen der letzten zwölf Monate als Export.

Drei Vertragsfragen, die man vorher stellt

Die sechs Fachfragen entscheiden über das Ergebnis. Diese drei entscheiden darüber, wie teuer ein Irrtum wird:

Wie lange läuft die Betreuung, und wie kündigt man sie? Ein Aufbau ist ein Projekt mit Ende. Der Betrieb ist eine Leistung mit Laufzeit. Wer beides in einem Vertrag mit zwölf Monaten Mindestlaufzeit bekommt, kauft die Betreuung mit, bevor er weiß, ob sie gut ist.

Was passiert bei Mehraufwand? Flows werden im Projektverlauf mehr, nicht weniger. Eine Regelung, die vorher steht — Stundensatz, Freigabegrenze, wer entscheidet —, verhindert die unangenehmste Art von Gespräch.

Wer haftet für die Einwilligung? Wenn eine Agentur Daten migriert und dabei Abmeldungen verlorengehen, versendet am Ende Ihr Absender an jemanden, der widersprochen hat. Diese Verantwortung lässt sich nicht auslagern, aber die Sorgfaltspflicht lässt sich vertraglich festhalten.

Die Frage hinter den Fragen

Alle sechs laufen auf dieselbe Sache hinaus: Wird hier ein System gebaut oder eine Kampagne?

Ein System läuft weiter, wenn niemand hinsieht, lässt sich erweitern und gehört Ihnen. Eine Kampagne sieht im ersten Quartal besser aus und hinterlässt danach eine Abhängigkeit.

Beides kann richtig sein — ein Shop, der einmalig eine Weihnachtsstrecke braucht, ist mit einer Kampagne gut bedient. Nur sollte man wissen, was man kauft.

Was Sie parallel selbst klären sollten

Bevor Sie Angebote vergleichen, lohnen drei eigene Antworten: Wie viele Profile sind aktiv (nicht: vorhanden)? Wer im Haus wird sich nach dem Aufbau darum kümmern? Und welche drei Strecken sollen im ersten Jahr laufen?

Mit diesen drei Angaben werden Angebote überhaupt erst vergleichbar. Ohne sie vergleicht man Tagessätze. Was die drei Kostenposten eines Klaviyo-Projekts sind, steht in Was Klaviyo kostet; ob Klaviyo überhaupt das richtige Werkzeug ist, klärt der Vergleich mit Mailchimp.

Wenn Sie diese Fragen uns stellen wollen: Wir beantworten sie im Erstgespräch, bevor ein Angebot entsteht — und sagen auch, wenn wir für Ihren Fall nicht die richtige Wahl sind. Mehr dazu bei unserer Klaviyo-Beratung.