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Statische Website oder CMS: eine ehrliche Entscheidung

Die Diskussion wird gern technisch geführt und ist eine organisatorische. Wer ändert Inhalte, wie oft, unter welchem Zeitdruck — alles andere folgt daraus.

Pixup MediaVeröffentlicht am Aktualisiert am 11 Min. Lesezeit
Illustration: links eine fertige statische Webseite, rechts ein CMS-Editor mit verschiebbaren Inhaltsblöcken

Die Diskussion wird gern technisch geführt — Ladezeit, Sicherheit, Angriffsfläche — und ist eine organisatorische. Die technischen Vorteile sind real, aber sie entscheiden nichts: Sie folgen aus einer Frage, die weiter vorne steht.

Was „statisch" heute bedeutet

Nicht handgeschriebenes HTML. Die Seiten entstehen aus Quelltext und Inhalten im Repository und werden als fertige Dateien ausgeliefert. Beim Aufruf rechnet niemand mehr — der Server reicht eine Datei durch.

Unsere eigene Website funktioniert so; den Weg dorthin haben wir in Von Wix zur eigenen Website beschrieben.

Die Gegenüberstellung

statischCMS
Temposehr hoch, unabhängig von Lastabhängig von Hosting und Caching
Sicherheitkaum AngriffsflächeUpdates zwingend, regelmäßig
Redaktionbraucht ein Werkzeug oder Gitarbeitet direkt in der Oberfläche
Vorschaumuss gebaut werdensofort
BetriebminimalUpdates, Sicherung, Überwachung
Änderungsverlaufvollständig im Gitje nach System
Eilige KorrekturMinuten (Bauzeit)Sekunden

Die letzte Zeile ist die, die im Alltag am häufigsten wehtut und in Vergleichen am seltensten steht.

Die Frage, die entscheidet

Wer ändert Inhalte, wie oft, und unter welchem Zeitdruck?

Drei typische Lagen

Statisch reicht

  • drei Personen ändern je einmal im Quartal etwas
  • ein technisches Team oder eine Agentur pflegt
  • Inhalte sind geplant, nicht spontan

CMS lohnt

  • Marketing stellt täglich Aktionen ein
  • Korrekturen müssen in Minuten live sein
  • viele Personen mit unterschiedlichen Rechten

Alles andere — Tempo, Sicherheit, Kosten — folgt daraus, statt es zu bestimmen. Wer zuerst über Ladezeit diskutiert und dann feststellt, dass das Marketing täglich publizieren will, hat die Reihenfolge getauscht.

Zwei Wege vom Text zur ausgelieferten Seite: einmal mit Bauschritt, einmal ohne.
Der Bauschritt ist der ganze Unterschied. Er kostet Minuten bei jeder Änderung und spart dafür den gesamten laufenden Betrieb.

Der Mittelweg

Es gibt ihn, und er ist oft die richtige Antwort: Inhalte in einem redaktionsfreundlichen System pflegen, die Seiten daraus statisch bauen und ausliefern. Die Redaktion arbeitet in einer Oberfläche, der Besucher bekommt eine fertige Datei.

Der Preis ist ein zusätzliches bewegliches Teil — der Bauprozess muss laufen, und jemand muss merken, wenn er es nicht tut.

Für Häuser mit regelmäßiger Redaktion lohnt sich das trotzdem: Man bekommt die Bedienbarkeit des einen und den Betrieb des anderen.

Was ehrlich gegen statisch spricht

Wir bauen selbst so und benennen die Schattenseiten trotzdem — oder gerade deshalb:

Die Vorschau. Wer sehen will, wie es aussieht, muss bauen. Bei uns dauert das ein bis zwei Minuten; für jemanden, der eine Formulierung dreimal ändert, sind das drei Wartezeiten.

Die eilige Korrektur. Ein Tippfehler in der Pressemitteilung am Sonntagabend ist im CMS in dreißig Sekunden weg. Statisch braucht es jemanden, der den Bau anstößt — und eine Kette, die auch sonntags funktioniert.

Formulare und dynamische Teile. Sie brauchen einen eigenen Weg. Unser Kontaktformular läuft über einen kleinen Endpunkt neben der statischen Seite; das ist gelöst, aber es ist eine zusätzliche Sache.

Die Abhängigkeit vom Werkzeug. Ein Baukasten läuft weiter, wenn niemand hinsieht. Ein Bauprozess mit veralteten Abhängigkeiten scheitert irgendwann — meistens genau dann, wenn man ihn braucht.

Was ehrlich gegen ein CMS spricht

Der Betrieb hört nie auf. Updates, Sicherungen, Überwachung, Erweiterungen, die nicht mehr gepflegt werden. Das ist kein Argument gegen ein CMS, aber es ist ein Posten — und er gehört ins Budget, nicht in die Hoffnung.

Die Angriffsfläche. Eine Anwendung, die bei jedem Aufruf rechnet und eine Datenbank hat, ist ein Ziel. Eine Datei nicht.

Der Wildwuchs. Ein System, in dem jeder jeden Block frei setzen kann, produziert nach zwei Jahren Seiten, die niemand entworfen hat. Das ist ein Regelproblem, kein technisches — aber es tritt zuverlässig auf.

Was die Entscheidung für die Suchmaschine bedeutet

Kurz: wenig. Und das ist eine hilfreiche Antwort, weil hier viel Unsinn kursiert.

Eine Suchmaschine bekommt in beiden Fällen HTML. Ob es aus einer Datei kommt oder aus einer Anwendung, spielt keine Rolle — solange es vollständig ausgeliefert wird, schnell genug kommt und stabile Adressen hat.

Die beiden Stellen, an denen es doch eine Rolle spielt:

Die Ladezeit ist bei statischer Auslieferung ohne Zutun gut. Bei einem CMS ist sie eine Frage von Hosting und Zwischenspeicher — lösbar, aber eine laufende Aufgabe.

Inhalte, die erst im Browser entstehen. Wenn eine Seite ihren Text per JavaScript nachlädt, ist das unabhängig von der Architektur ein Problem. Es tritt bei modernen Baukästen und bei modernen CMS gleichermaßen auf.

Nicht die Architektur entscheidet über Sichtbarkeit, sondern ob der Inhalt in der ersten Antwort des Servers steht.

Der Fall, den beide Wege schlecht lösen

Sehr große Inhaltsmengen mit häufigen Änderungen. Bei zehntausend Produktseiten, die sich täglich ändern, ist ein vollständiger Neubau unpraktisch — und ein CMS ohne guten Zwischenspeicher zu langsam.

Die Antwort ist dann meistens ein Shopsystem, kein Website-System. Das ist keine Ausflucht: Ein Shop bringt Katalogverwaltung, Preislogik und Varianten mit, die man in beiden Website-Ansätzen nachbauen müsste.

Wie wir entscheiden

Vier Fragen, dann steht die Antwort

  1. 1
    Wie viele Änderungen pro Woche? Unter fünf spricht wenig für ein CMS.
  2. 2
    Wer macht sie? Wenn die Antwort „unsere Agentur" lautet, ist die Bedienoberfläche kein Argument.
  3. 3
    Wie eilig ist die eiligste Änderung? Wenn es Fälle gibt, in denen Minuten zählen, braucht es entweder ein CMS oder einen Bauprozess, dem man sonntags vertraut.
  4. 4
    Wie viele verschiedene Seitenarten? Viele Arten sprechen für ein System mit Vorlagen; wenige machen den statischen Weg leicht.

Und danach die ehrlichste aller Fragen: Wer betreibt das in drei Jahren? Beide Wege funktionieren nur, wenn jemand zuständig ist — beim CMS für Updates, beim statischen Weg für den Bauprozess.

Was beide Wege kosten und welche Posten dabei regelmäßig fehlen, steht in Was eine Website 2026 kostet.

Wenn Sie vor dieser Entscheidung stehen: Nennen Sie uns die Zahl der Änderungen pro Woche und wer sie macht. Das reicht in den meisten Fällen für eine begründete Empfehlung — und wenn nicht, reden wir über den Mittelweg. Mehr dazu unter Webseiten-Erstellung.