Was eine Website 2026 kostet
Größenordnungen, die drei Treiber hinter dem Preis, die Posten, die regelmäßig vergessen werden — und woran Sie ein belastbares Angebot von einem unvollständigen unterscheiden.

Die ehrliche Antwort auf „was kostet eine Website" lautet: Es kommt darauf an — und zwar auf drei Dinge, die in Anfragen selten stehen. Damit die Diskussion trotzdem eine Grundlage hat, zuerst die Größenordnungen, dann die Treiber dahinter, und am Ende die Posten, die in den meisten Angeboten fehlen.
Eines vorweg, weil es die wichtigste Erkenntnis dieses Textes ist: Eine Website kostet nicht einmal, sondern dreimal — Aufbau, Inhalt, Betrieb. Der dritte Posten steht in fast keinem Angebot und entscheidet darüber, ob sich der erste gelohnt hat.
Vier Größenordnungen
| Art | Spanne | wofür |
|---|---|---|
| Einseiter, Baukasten | 1.000–4.000 € | Präsenz, wenige Inhalte, seltene Pflege |
| Unternehmenswebsite | 8.000–20.000 € | mehrere Seitentypen, Redaktion, eigenes Design |
| B2B-Website mit Bereichen | 20.000–45.000 € | Produktwelten, Downloads, Mehrsprachigkeit |
| Website plus Portal oder Automation | 40.000–80.000 € | Anmeldung, Datenanbindung, eigene Abläufe |
Diese Spannen sind aus abgeschlossenen Projekten abgeleitet, keine Preisliste. Sie enthalten Konzept, Gestaltung, Umsetzung und Inbetriebnahme — nicht die laufende Betreuung und in aller Regel nicht die Inhalte.
Die drei Treiber
1. Seitentypen, nicht Seitenzahl
Eine Website mit 200 Produktseiten desselben Typs ist günstiger als eine mit zwölf Seiten, von denen jede anders aufgebaut ist. Jeder Typ braucht eigenes Konzept, eigene Gestaltung, eigene Umsetzung, eigene Tests auf allen Bildschirmgrößen.
Die nützlichste Frage in einem Erstgespräch ist deshalb nicht „wie viele Seiten", sondern „wie viele verschiedene Arten von Seiten". Wer darauf mit „fünf" antwortet, bekommt ein anderes Angebot als jemand, der bei „sechzehn" landet — bei identischer Seitenzahl.
2. Redaktionsfähigkeit
Wer soll später pflegen — und mit welchem Werkzeug?
Zwei Wege, beide legitim
Feste Vorlagen
- günstiger in der Erstellung
- verlässliches Erscheinungsbild
- jede Änderung braucht Unterstützung
Freier Baukasten
- teurer in der Erstellung
- Marketing arbeitet eigenständig
- braucht Regeln, sonst zerfällt das Bild
Beides ist richtig, je nach Haus. Falsch ist nur, die Frage erst nach der Umsetzung zu stellen — dann wird aus einer Entscheidung ein Nachbau.
3. Anbindungen
Shop, CRM, Warenwirtschaft, Bewerbungsportal, Produktdatenbank. Jede Anbindung ist ein eigenes kleines Projekt mit eigenen Fehlerfällen, eigener Fehlerbehandlung und eigenem Betrieb. Zwei Anbindungen können teurer sein als die gesamte restliche Website — und sie sind der Posten, der am häufigsten als Nebensatz in der Anfrage steht.
Was bei einer solchen Verbindung tatsächlich zu klären ist, steht in Systeme verbinden, die nicht miteinander sprechen.
Die Posten, die regelmäßig vergessen werden

Inhalte. Texte und Bilder sind in vielen Angeboten nicht enthalten, und sie sind der häufigste Grund für Verzögerungen. Wer die Inhalte nicht mitplant, hat eine fertige Website ohne Inhalt — und die teuerste Form des Wartens, weil alle anderen Gewerke fertig sind.
Weiterleitungen. Bei einem Relaunch entscheidet die Weiterleitungsliste darüber, ob die Sichtbarkeit erhalten bleibt. Dieser Posten wird gern gestrichen, weil er im Angebot technisch und unwichtig aussieht.
Betrieb. Hosting, Updates, Sicherung, Überwachung, kleine Änderungen. Rechnen Sie mit einem laufenden Budget, sonst veraltet die Seite, während alle zufrieden sind — der Zustand, in dem sich die meisten Websites befinden, die „eigentlich noch gut" sind.
Barrierefreiheit. Seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für viele Anbieter Pflicht — und deutlich günstiger, wenn sie von Anfang an mitgedacht wird statt nachträglich. Nachrüsten heißt in der Praxis: Kontraste ändern, Bedienreihenfolge korrigieren, Formulare neu auszeichnen. Also: die Seite noch einmal anfassen.
Woran Sie ein belastbares Angebot erkennen
Fünf Merkmale, die man prüfen kann
- Es nennt Seitentypen, nicht nur einen Gesamtpreis.
- Es sagt, wer die Inhalte liefert — und bis wann.
- Es enthält einen Posten für Weiterleitungen und Inbetriebnahme.
- Es beziffert den laufenden Betrieb getrennt.
- Es benennt, was nicht enthalten ist.
Der letzte Punkt ist der aussagekräftigste. Ein Angebot ohne Abgrenzung ist kein günstiges Angebot, sondern ein unvollständiges — und die Differenz taucht später als Nachtrag auf, zu einem Zeitpunkt, an dem man nicht mehr vergleichen kann.
Festpreis oder nach Aufwand?
Beide Modelle sind verbreitet, und beide haben eine Bedingung, unter der sie funktionieren.
Festpreis setzt voraus, dass der Umfang vorher feststeht. Das ist bei einer Website mit definierten Seitenarten möglich — und bei einem Projekt mit offener Anbindungsliste nicht. Wer trotzdem einen Festpreis bekommt, bekommt einen mit Risikoaufschlag oder einen mit sehr enger Abgrenzung; beides ist legitim, sollte aber benannt sein.
Nach Aufwand setzt voraus, dass beide Seiten dieselbe Vorstellung von Fortschritt haben. Das funktioniert gut mit einem Budgetrahmen und regelmäßigen Zwischenständen — und schlecht ohne beides.
In der Praxis bewährt sich eine Mischung: Festpreis für den Teil, der klar umrissen ist (Konzept, Gestaltung, Grundausbau), Aufwand für den, der es nicht ist (Anbindungen, Migration, Sonderfälle). Wichtig ist nur, dass die Grenze im Angebot steht und nicht im Projektverlauf gezogen wird.
Die Frage vor der Preisfrage
Bevor Sie Angebote einholen, lohnt eine andere Frage: Was soll die Website tun, das die heutige nicht tut?
Wer darauf „moderner aussehen" antwortet, bekommt eine schönere Seite und dieselben Zahlen. Wer „Anfragen von Herstellern erzeugen, die uns heute nicht finden" antwortet, bekommt ein anderes Projekt — vermutlich mit weniger Gestaltung und mehr Inhalt. Was eine Unternehmenswebsite im B2B leisten muss, haben wir in B2B-Website: was sie leisten muss auseinandergenommen.
Ein Budget ohne Ziel wird zu Gestaltung. Ein Ziel ohne Budget wird zu einer Präsentation. Beides zusammen wird zu einer Website, die man in drei Jahren noch benutzt.
Wenn Sie eine Einschätzung für Ihren Fall brauchen: Nennen Sie uns die Zahl der Seitenarten, die geplanten Anbindungen und wer später pflegen soll. Daraus lässt sich eine Spanne ableiten, die trägt — und zwar vor dem ersten Entwurf. Mehr dazu unter Webseiten-Erstellung.



