Eine SEO-Agentur für den Onlineshop auswählen: die Checkliste
Shop-SEO ist zur Hälfte Technik im Shopsystem. Eine Checkliste für die Auswahl in drei Etappen — vor dem Gespräch, im Angebot, in den ersten Wochen —, mit den Punkten, an denen sich Shop-Erfahrung von allgemeinem SEO unterscheidet.

Fast jede SEO-Agentur betreut auch Onlineshops. Das heißt noch nicht, dass sie die Probleme eines Shops kennt. Ein Shop erzeugt Seiten selbst — aus Kategorien, Filtern, Varianten und Seitenzahlen —, und ein großer Teil der Arbeit findet im Shopsystem statt, nicht im Text. Diese Checkliste hilft, das vor der Unterschrift zu prüfen.
Sie ist in drei Etappen geteilt: was Sie vor dem ersten Gespräch klären, was im Angebot stehen sollte und woran Sie in den ersten Wochen erkennen, ob die Zusammenarbeit trägt. Für Agenturen, die vor allem KI-Sichtbarkeit verkaufen, gibt es eigene Prüffragen.
Vor dem Gespräch
☐ Die Zugänge bleiben bei Ihnen. Search Console, Webanalyse und Shop-Administration gehören Ihrem Unternehmen. Die Agentur bekommt Nutzerrechte, nicht das Eigentum. Endet die Zusammenarbeit, sollen die Daten bleiben.
☐ Sie wissen, wo Sie heute stehen. Notieren Sie Klicks und Impressionen der letzten zwölf Monate aus der Search Console — getrennt nach Suchen mit und ohne Ihren Markennamen. Ohne diese Trennung lässt sich später nicht sagen, was die Arbeit gebracht hat. Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt unsere eigene Website: Von 29 Klicks in 28 Tagen kamen 25 über unseren Namen (so messen wir das).
☐ Sie kennen Ihre Grenzen bei der Umsetzung. Wer darf Templates, Weiterleitungen und Einstellungen im Shop ändern — Ihr Team, Ihre Shop-Agentur oder die SEO-Agentur? Die Antwort entscheidet, welche Agentur überhaupt passt.
Im Angebot
☐ Ein Befund mit Fundstellen, nicht mit Punkten. Ein Werkzeug-Bericht mit einer Gesamtpunktzahl sagt wenig. Ein brauchbarer Befund nennt Adressen, das Problem an jeder Adresse und den Grund, warum es zählt. Bitten Sie um ein anonymisiertes Beispiel.
☐ Shop-Fragen kommen vor. Ein Angebot für einen Shop sollte mindestens diese Themen nennen:
- Filter und Sortierungen: welche Kombinationen in den Index dürfen, welche nicht (zur Abwägung),
- Varianten: welche Adresse die Hauptseite ist,
- Seitenzahlen in Kategorien und ihre Kanonisierung,
- ausverkaufte und gelöschte Produkte,
- die Sitemap und was sie tatsächlich enthält.
Fehlen diese Punkte, plant die Agentur eine Website, keinen Shop.
☐ Klar ist, wer umsetzt. Steht im Angebot „Empfehlungen“, liegt die Umsetzung bei Ihnen. Steht dort „Umsetzung“, sollte das System genannt sein, in dem gearbeitet wird, und wie Änderungen geprüft werden. Bei Shopware gehört dazu, ob in einem eigenen Theme, per Plugin oder in der Administration geändert wird.
☐ Keine Garantien auf Positionen. Google entscheidet über Rankings. Zusagen lassen sich Arbeitsschritte, Zeitpunkte und Messungen. Eine Positionsgarantie ist ein Warnsignal.
☐ Kein Linkkauf als Kern. Wenn die wichtigste Maßnahme gekaufte Links sind, ist das ein Risiko für Ihre Domain, kein Fortschritt im Shop.
☐ Kosten und Laufzeit sind getrennt lesbar. Einmaliger Befund, laufende Betreuung und Umsetzung sind verschiedene Posten. Welche es gibt und wie man Angebote vergleicht, steht in Was SEO für einen Onlineshop kostet.
In den ersten Wochen
☐ Die ersten Änderungen sind sichtbar. Nach dem Befund sollte es eine Liste geben: was zuerst geändert wird, warum und bis wann. Jede Änderung mit Datum, damit man ihre Wirkung später zuordnen kann.
☐ Der Bericht trennt Marke und Rest. Klicks und Impressionen ohne Markensuchen, im Vergleich zum Vorjahresmonat. Ein Bericht, der nur Gesamtzahlen zeigt, verwechselt leicht Bekanntheit mit SEO.
☐ Die Agentur kennt die Grenzen ihrer Daten. Ein Beispiel aus unserer eigenen Search Console: Am 5. Oktober zeigte der Indexierungsbericht noch den Stand vom 21. September — zwölf neue Beiträge als „nicht indexiert“, die laut URL-Prüfung längst im Index standen (wie wir das geprüft haben). Eine Agentur, die solche Verzögerungen kennt, macht daraus keinen Alarm und keinen Erfolg.
Die Checkliste in Kurzform
| Etappe | Prüfpunkt |
|---|---|
| vor dem Gespräch | Zugänge bleiben bei Ihnen · Ausgangsstand mit und ohne Marke · Klarheit, wer im Shop ändern darf |
| im Angebot | Befund mit Fundstellen · Filter, Varianten, Seitenzahlen, Sitemap genannt · Umsetzung geklärt · keine Garantien, kein Linkkauf · Posten getrennt |
| erste Wochen | Änderungen mit Datum · Bericht ohne Marke · Umgang mit Verzögerungen in den Daten |
Wie wir selbst arbeiten, beschreibt unsere Seite zur SEO-Agentur. Für Shopware-Shops gibt es eine eigene Seite zur Shopware-SEO.



